Reisebericht Montenegro 2009

Törn Montenegro - 2009

23. bis 30. August 2009

Basis Kotor Bucht von Kotor Adria vom 23.08. bis 30.08.2009

Für unsere traditionelle Segelwoche in 2009 haben wir das noch weitgehend unbekannte Segelrevier von Montenegro ausgewählt, im Revier der Schwarzen Berge. Er weckt Erinnerungen an Karl Mays Abenteuer Im Land der Skipetaren. Montenegro liegt im südöstlichen Teil Europas. Gemeinsam mit Serbien bildet es eine Staatenunion, hat aber ein eigenes Parlament.

Ausgangsort unseres Segeltörns war die Basis der Montenegro Charter Company (MCC) im Stadthafen von Kotor. Die MCC ist eine noch junger Vercharterer, der erst im Oktober 2006 gegründet wurde.
Die Stadt Kotor liegt in der Bucht von Kotor (Boka Kotorska), die von Adria aus ca.17 Seemeilen(sm) tief in das felsige Land eindringt. Die Bucht von Kotor besteht eigentlich aus mehreren Buchten resp. Meeresarme mit schmalen Küstenstreifen, hinter denen hohe Bergmassive aufragen und der Landschaft einen fjordähnlichen Charakter verleihen. Der schmale bewohnte Küstenstreifen mit mediterraner Vegetation wird durch das hohe Gebirgsmassiv im Norden mit Höhen von 700 bis 2000 m von den kalten Winden aus nördlichen Richtungen geschützt. Die äußere, der Adria zugewandte Bucht wird durch die Bucht von Herzeg-Novi und Tivat gebildet, die Innere Bucht von Kotor und Risan. Die Engstelle zwischen den beiden Buchten wird durch eine Autofähre zwischen den Orten Kamenari und Lepetane überbrückt.

Die Stadt Kotor war ein altes See-und Kulturzentrum, günstig an kreuzenden Handelswegen gelegen, und war jahrhundertelang unter starkem Einfluss der Republik Venedig. Die Altstadt (Stari Grad) von Kotor ist von einer hohen Mauer umgeben, wobei nur 3 Tore den Zugang zur Stadt ermöglichen, die jedoch schon vor der Zeit der Venezianer erbaut wurde. Die Altstadt Kotors ist eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Zentren in diesem Teil des Mittelmeeres und hat ihre aus der Zeit vom 12. bis 14. Jahrhundert erbaute Struktur bestens erhalten.
Kotor ist von der UNESCO zum Bestandteil des Weltkulturerbes erklärt worden.

Unsere Anreise am Sonntag, den 23.08., erfolgte mit dem Flieger ab Hannover um 06.30 Uhr und pünktlich um 08.35 Uhr landete der Flieger in Dubrovnik(Kroatien). Der vorab von MCC reservierte Kleinbus brachte uns in die 90 km entfernte Charterbasis Kotor. Die Fahrzeit betrug 2 Std., davon 30 min. Wartezeit vor dem Grenzübergang nach Montenegro. Dank der vom Vercharterer vorbereiteten Formalitäten verlief der Grenzübergang reibungslos. Bei der Fahrt entlang der sehr kurvenreichen Küstenstraße in der Bucht von Risan und Kotor bei bestem Hochsommerwetter erlebten wir ein vielseitiges beeindruckendes fjordähnliches Küstenpanorama. Der schmale grüne Küstenstreifen ist bis zu den steil ansteigenden Hängen der Berge fast ausnahmslos bebaut.
Bei der Ankunft in Kotor, es liegt am Ende der Bucht, dicht an dem sehr steilen Bergmassiv gebaut, beeindruckte die Lage und die hohe massive Stadtmauer. Sie ließ keinen Blick in das Innere der Stadt zu. Der Hafen liegt direkt vor der hohen Stadtmauer, getrennt durch die Hauptstraße, über die sehr starker Verkehr rollte. Hoch über der Stadt, lief auf sehr steil ansteigendem Grat die Stadtmauer bis zum höchsten Punkt des Grates, nur unterbrochen durch Wachtürme, und führte wieder herunter bis zu einem steilen glatten unüberwindbaren Felsvorsprung über der Stadt
Unsere Charter Segelyacht war eine ziemlich neue ELAN 384.Impression, Baujahr 2007. Die 6-Mann- Crew setzte sich zusammen aus Hermann (Skipper), Alfred (Co-Skipper), Michael, Hinrich, Fred und Ralf.

Nach Ankunft in der Marina Kotor am späten Vormittag, konnten wir sofort an Bord der SY STELLA gehen. Sie war klar zur Übernahme. Der wenig später erfolgte Check-in auf Basis der üblichen Inventarliste wurde professionell durchgeführt. Die SY wurde mit einigen Mängeln übernommen, die jedoch auf die Sicherheit des Bootes keinen großen Einfluss hatten, z.B., nach dem Ablegen wurde der Ausfall der Logge bemerkt, es war kein kein Barograph vorhanden, die Dichtung zwischen den beiden Gehäuseteilen zur Aufnahme der Windlupe/Sonar/Logge am Steuerrad war gerissen und hatte sich teilweise gelöst.
Die erste Überraschung der negativen Art war für uns die Antwort vom Vercharterer MCC nach Übernahme der Bootsdokumente bei der Frage nach - wo in der Stadtmarina wohl die Duschen, resp. die sanitären Einrichtungen zu finden sind. Denn mittlerweile war draußen die Lufttemperatur über 30 Grad gestiegen und wir waren beim Check-in im Inneren des Bootes ins Schwitzen gekommen. Die Antwort war: es gäbe hier keine sanitäre Einrichtung in der Marina für Gästesegler. Im Nautic-Club gegenüber auf der anderen Straßenseite wäre eine Toilette und Duschraum. Die Besichtigung des Duschraums war eine einzige Enttäuschung. In dem renovierungsbedürftigen Raum gab es zwei Kunststoff- Duschkabinen, der Fußboden war mit eine Holzroste ausgelegt (geeignet für Fußpilzübertragungen). Beim diesem Anblick und Zustand der Einrichtung entschieden wir uns, uns doch später mit der Borddusche zu erfrischen.
Ein Teil der Crew ging in den nahen Supermarkt, der auch am Sonntag geöffnet hatte, um Proviant einzuholen.

Die formale Übernahme im Büro von MCC mit Kautionshinterlegung wurde mit einem Charter Agreement zwischen MCC als Vertreter des Bootseigners und mir als Skipper abgeschlossen. Dieses Charter Agreement beinhaltete Verpflichtungen des Eigners und des Charterers. Die Freigabe erfolgte durch Vorlage meines Segelscheines Sportboot See.
Einen aktuellen Wetterbericht für die Adria für die nächsten Tage war nicht verfügbar.
Die vor der Abreise eingeholte Wetterprognose des Deutschen Wetterdienstes voraussagte ein stabiles Hoch über den Balkan. Für die kommenden Tage war also keine Störung des ruhigen Hochsommerwetters zu erwarten. Die tägliche Wetterprognose per SMS für die Adria Süd. mit Wind aus südlichen Richtungen mit 0 bis 2/3 Bft sollte das bestätigen. Also wenig Hoffnung auf Segelwind, sondern mehrheitlich auf Motorhilfe angewiesen. Um nicht von der Sonne geröstet zu werden war guter Sonnenschutz angesagt. In der Bucht von Kotor würden uns nur gelegentlich thermische Winde erfreuen. Draußen in der Adria, hofften wir, würde uns sicherlich eine moderate Brise weiter bringen.
Inzwischen war der Proviant eingeholt und verstaut. Der späte Nachmittag lag noch vor uns, ausreichend Zeit, die Stadt hinter der hohen Stadtbefestigung kennenzulernen. Inzwischen war die Lufttemperatur bei 35 Grad angekommen, also höchste Zeit nach getaner Arbeit ein schattiges Plätzchen in der Altstadt aufzusuchen.

Montag, 24.09.: Von Kotor nach Herzeg-Novi.
Nach einem ausgiebigen Frühstück erfolgte die Sicherheitseinweisung (Ausgabe der Rettungswesten, Lifebelts, Erklärung der MOB-Taste am Funkgerät, etc.), Bordeinweisung, Rollenplan. Es folgte Durchsprache der vorbereiteten Törnplanung für die kommenden Segeltage. Es würde ein Segeltörn der kurzen Distanzen werden. Die montenegrinische Küste ist ca. 290 km lang, davon an der Adria eine Küstenlänge von ca. 200 km

Am späten Vormittag legten wir in Kotor ab mit Kurs auf die äußere Bucht, der "Boka Kotorska", dem Ausgang zur Adria. Es wehte eine leichte Brise und so setzten wir die Segel. Einige Zeit später schlief der Wind wieder ein und wir mussten den Motor starten.

Wir passierten das kleine Städtchen Perast an Stb, rundeten die sehr kleinen Inseln Skrepelja und die Klosterinsel Sv.Dorde.

Wir verließen nun die fjordartige Bucht von Kotor und fuhren mit südlichem Kurs
in die sich verengende Durchfahrt, zwischen den Orten Kamenari und Lepetane, in die Bucht von Tivat. Kleine Autofähren querten diese Durchfahrt (genannt "Verige") von ca. 200 m in kurzen Abständen und verkürzten hierdurch erheblich die Fahrstrecke über die Küstenstraße zwischen Herzeg Novi und Kotor. Am Ausgang der Durchfahrt setzte nun aus südlichen Richtungen böiger Wind ein, verstärkt durch die fjordartige Küstenlinie des Bergmassivs an Bb wurde. Nach weiterer Fahrt unter Segel wurde der Wind dann zu einem Lüftchen.

Mit westlichen Kurs ging es dann in die Bucht von Herzeg Novi. Hier wollten wir über Nacht festmachen und Herzeg Novi (heißt Neue Stadt des Herzogs) erkunden. Der Hafen liegt unterhalb einer mittelalterlichen Festung.

Auf der Seekarte war eine lange Mole und davor Ankerplätze verzeichnet. Wir nahmen Kurs auf die fast komplett belegte Mole und machten noch einen freien Platz aus. Ein Mann wies uns mehrmals mit heftigen Handbewegungen und dem Ruf " no berth" strikt ab. Wir drehten also ab und suchten uns eine freie vor dem Hafen liegende nicht beschriftete Muringboje.

Als wir mit dem Gewusel der Muringleinen von zwei Muringbojen so halbwegs klarkamen und festlagen, drohte uns plötzlich mit lautem Geschrei ein deutschsprechender Mann von einem ca. zwei Bootslängen entfernt liegendem Motorboot mit der Polizei, wenn wir nicht den Platz verlassen würden, denn das wären alles nur private Plätze. Die Frage nach einem Gästeplatz wurde nicht beantwortet. Gastsegler waren also nicht willkommen.
Wir fuhren entlang der dicht bebauten Küste und fanden dann einen Ankerplatz in der kleinen Bucht Topaljki Zaliv, gegenüber dem Ort Njivice.

Dienstag, 25.09.: Nach Budva
Nach ausgiebigem Frühstück holten wir den Anker auf und nahmen Kurs auf die "Boka Kotorska". Der Wetterbericht per SMS meldete 2-3 Bft aus SE. Bei guter Sicht und leichter Brise passierten wir unter Segel die alte Festungsinsel Mamula mit ihrem Fort Mamula aus der Zeit, als hier noch die Österreicher den Eingang in die Bucht kontrollierten.

Unsere Hoffnung, draußen in der Adria, mit unseren Segeln mehr Wind einzufangen erfüllte sich nur teilweise. Mit langsamer Fahrt ging es entlang der Halbinsel Lustica in südöstlicher Richtung, vorbei an der Bucht von Traste (Traste Zaliv). Nach einstündiger Fahrt fuhren wir dann in die Flaute. Der leichte Wind konnte die große Genua nicht füllen, sie war zu schwer und fiel immer wieder ein, während das Gross noch etwas zog. Der Himmel war wolkenlos, die Sonne brannte vom Himmel, eine mäßige Dunstschicht verminderte die weite Sicht auf die Adria. Die vereinzelten Kumuluswolken, die sich von Osten über das ca. 1200 bis 1500 m hohe Orjen-Massiv in die Adria hinaus wagten, wurden von der Mittagssonne nach kurzer Zeit wieder aufgelöst. Es war eine schöne Fahrt entlang des grünen und bewaldeten Küstenstreifens. Wenig Segler bekamen wir zu Gesicht, dafür mehr Motorboote und einige große Motoryachten in schneller Fahrt.

Das Wagnis, in der Marina von Budva ohne Reservierung, einen Liegeplatz zu ergattern, wollte ich nicht eingehen und so sicherte ich mir am Vormittag mit einem telefonischen Kontakt mit der Marina Budva einen Liegeplatz. Eine kurze Bestätigung mit "Yes u.a.m." erfolgte. Unter VHF 16(8) bekam ich keinen Kontakt. Beim Einlaufen in die Marina Budva wurden wir an der Pier erwartet und eingewiesen. Am Kopf der Pier K machten wir neben einigen anderen Segelyachten römisch-katholisch Art, vor Muringleine und Heckleinen, fest, wie im Mittelmeer üblich. Die Liegeplätze am Kai vor den Festungsmauern der Altstadt waren mit Mega-Motoryachten belegt.

Mit der Anmeldung im Büro der Marina mussten wir sogleich 55,60 € Liegegebühren berappen, inkl. Strom und Wasser und eine bewachte Pier. Einen Schlüssel für den Sanitärraum konnten wir uns bei Bedarf im Marinabüro ausleihen. Am späten Abend, setzte dann sehr laute Discomusik ein, die uns bis tief in die Nacht beschallte. Also auch hier im fernen Montenegro wurde Discomusik gepflegt. Es war ja auch noch Ferienzeit bis Ende August.

Die Stadt Budva wird ja als das Zentrum des montenegrinischen Tourismus bezeichnet. Das wurde beim Durchgang durch die Altstadt (Stari Grad) von Budva deutlich. Die polierten breiten Pflastersteine und Platten aus Kalkstein zeugten von sehr vielen Besuchern, die durch die schmalen Gassen geschlendert sind. Viele kleinen Geschäfte und Bars in den Gassen locken die Touristen an. So mischten auch wir uns unter den Leuten, schlenderten durch die Gassen und stärkten uns an der Promenade vor dem Stadttor mit Blick auf den Hafen.

Die Altstadt, von einer hohen Mauer umgeben, überragt von einer Zitadelle und dem Campanile der katholischen Kathedrale, ist eine Siedlung mit venezianisch geprägten Bauten. Schon in vorrömischer Zeit wurde hier gebaut.

Mittwoch, 26.08.: Von Budva nach Bar
Vormittags legten wir in Budva ab und nahmen Kurs auf Bar, den größten Industriehafen Montenegros, Entfernung, ca. 15 sm. Der zuverlässige Wetterdienst von Master Yachting per SMS meldete mit SE 0-2 wieder kein Segelwetter. Der Jugo, ein warmer und feuchter Wind aus südlichen Richtungen, wollte uns keinen Wind liefern. Einige Male briste es auf und ließ uns die Segel setzen, aber nach einiger Zeit der Ruhe musste uns der Motor wieder weiterschieben. Das Hochsommerwetter hielt weiter an, eine Änderung war nicht in Sicht. Sonnenschutzmittel und das schattenspendende Bimini waren die gefragten Abwehrmittel gegen die brennende Sonne. Als Motorbootfahrer gab es noch den kühlenden Fahrtwind dazu.

Wenige Seemeilen nach Budva liegt die kleine Insel Sveti Stefan (auf 42 15,6 N 018 53,7 E) in der Bucht von Budvanski Zaliv. Sveti Stefan war früher ein Fischerdorf mit dichtgedrängten Häusern aus Naturstein und einer kleinen Kirche auf den höchsten Punkt der Felseninsel. Die Fischer sind schon längst ausgesiedelt und jetzt ist das Ganze ein Luxushotel als Urlaubsort für die Reichen und den Promis, wobei die Fischerhäuschen als Unterkünfte dienen. Die sehr kleine Insel ist heute über einem Damm mit dem Festland verbunden. Das Dorf auf der Felseninsel entstand im 15. Jh. Als Fluchtsiedlung eines montenegrinischen Clans. Sie bauten feste Häuser und errichteten feste Verteidigungsmauern auf den steil abfallenden Felsen.

Hier wollten wir vor Anker gehen, der Insel einen Besuch abstatten und bei der Gelegenheit ein Bad zu nehmen. Wir steuerten in die kleine, als Ankerplatz, ausgewiesene Bucht ein. Der breite Sandstrand war voll belegt mit Badegäste. Wie zwangsläufig kam uns auch schon der Zivilisationsmüll auf dem Wasser entgegen geschaukelt, Plastikteile, Abfälle und Unrat. Eine Verstopfung der Ansaugöffnung für die Motorkühlung wollten wir uns nicht riskieren. Da wir die Umgebung nicht so appetitlich fanden, stoppten wir unser Vorhaben und schauten uns den bebauten Felsen mit den roten Ziegeldächer der Häuser von See aus an. Vorbeifahrende Ausflugsboote zeugten von großem Interesse für diesen Teil der Küste.

Vorbei ging es an den Touristenort Petrovac (na Moru) Soweit sichtbar, ist das Hinterland wenig bebaut, grüne Flächen ziehen sich bis in die Berge hinauf.
Gegen Mittag fanden wir in der Bucht von Buljarica auf 42 10,9 N 018 58,1 E einen geeigneten Ankerplatz und nahmen dort ein kühles Bad.
Am späten Nachmittag legten wir an der Pier der Stadtmarina Jug von Bar an, einige Boote lagen hier schon an den Stegen. Hier erlebten wir einen herzlichen Empfang, der uns hier völlig überraschte. Wir hatten gerade festgemacht, als ein Mann mit verschmutztem Overall auf einem Fahrrad zu uns kam. Er begrüßte uns sehr herzlich in Deutsch: "Willkommen in Montenegro, haben sie schon einklariert ?" Wir waren von den Socken. Einen solch herzlichen Empfang hatten wir nun wirklich nicht erwartet. Er stellte sich als Herr Bernard vor, als der Verantwortliche der Marina. Er sagte, dass hier Boote unter ausländischer Flagge Einklarieren könnten.Wir kamen ins Gespräch und nachdem er uns einen kleinen Einblick in sein privates Leben gab, er habe auch in Deutschland gearbeitet und käme aus Zagreb. Jetzt wäre er hier in der Schiffswerft tätig, die gleich hinter der Marina lag. Anschließend wurden die Formalitäten erledigt. Er wäre auch Mitarbeiter einer kleinen privaten Firma, die die Marina von der Stadt übernommen hat und weiter ausbauen möchte. Hier gäbe es denn auch eine Dusche und Toiletten.
Nachdem er uns mit einigen Hinweisen das Suchen eines guten Restaurants in der Stadt erleichterte, machten wir uns landfein und marschierten los. Die Straße führte entlang eines schmalen Kiefernwäldchens parallel zum Strand, wo noch Leute die Abendsonne genossen. Mehr als eine halbe Stunde waren wir bereits unterwegs, die Lufttemperatur lag immer noch bei ca. 30 C. So machte sich der Durst immer stärker bemerkbar und ein kühles Bier unter einem schattigen Platz waren jetzt Trumpf. Wir fanden das empfohlene Restaurant (Restoran BB) in der Stadt, wo wir in einem rustikal eingerichteten und klimatisierten Raum geleitet wurden. Dort verbrachten wir einen netten Abend.
Bei unserem Rückgang zum Hafen entlang der Straße kamen wir an vielen beleuchteten Buden und Karussell vorbei, die auf einem großen freien Gelände aufgebaut waren. Es war vermutlich ein Sommerfest und die Besucher wurden mit lauter Discomusik unterhalten, die auch uns in der Marina noch bis in die tiefe Nacht erreichte. Es war ja noch Ferienzeit in Montenegro.

Donnerstag, 27.08.: Von Bar nach Budva
Am Vormittag legten wir nach Zahlung von 42 Euro wieder ab und nahmen wieder Kurs auf Budva. Da sich die Wetterlage nicht geändert hatte, der leichte Wind kam jetzt aus nordwestlichen Richtungen mit 0-2 Bft, beschlossen wir, den Törn zu dem ca. 25 sm entfernten Städtchen Ulcinj, dicht vor der albanischen Grenze gelegen, unter Motorfahrt zu ersparen. So beschlossen wir, wieder in Budva festzumachen, um neben der Altstadt die weitere Umgebung von Budva zu erkunden.
Unter Segel-und Motorfahrt erreichten wir am späten Nachmittag wieder Marina Budva und machten wieder an Steg K fest. Eine abstoßende Geste erlebte einer unserer Segelkameraden von einem Verkäufer in seinem Ladengeschäft für Wassersportler neben dem Marinabüro. Unser Segelkamerad wollte den Schlüssel für den Sanitärraum haben und da das Marinabüro verschlossen war, fragte er nebenan den Verkäufer in seinem Laden, ob er den Schlüssel hätte. Der Mann antwortete: "I am not a monkey but I will give you the key". Das war schon sehr anmaßend.
Abends machten wir auch einen Landgang auf die gegenüber liegenden Seite der Bucht. Dort wird ein riesiger Hotelkomplex auf einem Hochplateau, teilweise schon bewohnt, unter russisch/montenegrinischer Leitung gebaut. Ein elegant angelegter Weg führt von der Strandpromenade dort hoch. Ein weiter Blick über der Bucht von Budva mit den vielen farbigen Lichtern des Hafens und beleuchteter Stadt belohnte diesen Landgang.

Freitag, 28.08.: Von Budva nach Herzeg Novi
Gegen Mittag verließen wir Budva und nahmen Kurs auf Herzeg Novi.

Mit Mobiltelefon nahm ich Kontakt mit dem Hafenmeister auf und reservierte uns einen Liegeplatz. Auch der letzte Tag auf der Adria brachte uns keinen Wind.
Am Nachmittag erreichten wir die Mole und näherten uns mit langsamer Fahrt. Wir blickten erwartungsvoll auf die Mole. Ein Mann stand dort und winkte uns zu, er rief unseren Bootsnamen und als wir bestätigten, wies er uns einen Liegeplatz an der Mole zu.

Wir machten an der Mole fest. Es hatte also geklappt. Wenige Liegeplätze standen an der Mole zur Verfügung. Die obligatorische Frage nach einer sanitären Einrichtung wurde mit "hier gibt es keine Duschen und Toiletten, am Strand seien Duschkabinen für Badegäste".

Der anschließende Landgang führte uns mit über 50 Treppenstufen in das hochgelegene Zentrum der Stadt mit seiner Festungsanlage und schöner Parkanlage, von den Österreichern gebaut.

Ein weiter Blick auf den Ausgang der Bucht in die Adria war der Lohn für das Treppensteigen. Wir fanden auch ein erstklassiges Restaurant (Restoran Kala Longa) mit einem breiten Terrassenbalkon, auf dem wir unser Abendessen genossen, bei der uns der Inhaber, der einen deutsch sprechende Unterstützung neben sich hatte, persönlich bewirtete. Der wundervolle Ausblick auf den bunt gefärbten Abendhimmel über der Bucht von Herzeg Novi rundete den Abend ab. Dabei war noch immer sehr warm, um die 28 C.

Sonnabend, 29.09.: Von Herzeg Novi nach Kotor
Nachdem wir unsere Liegegebühr von 33 Euro entrichtet hatten, warfen wir die Leinen los und nahmen Kurs auf die Bucht von Kotor.
Am frühen Nachmittag liefen wir in die Stadtmarina von Kotor ein. Nach dem Tankstopp steuerten wir auf unseren Liegeplatz von MCC an, der aber schon belegt war. Da niemand vom MCC-Personal zu sehen war, der uns einen Liegeplatz hätte zuweisen können, steuerten wir auf einen freien Platz am Kai zu. Plötzlich tauchte ein Mann mit rotem Hemd auf, zeigte auf den Liegeplatz und verschwand wieder ohne uns die Muringleine zu übergeben. Damit war der Segeltörn beendet, was eigentlich mehr eine Motorbootfahrt war.
Die Rückgabe der Yacht wurde von dem MCC-Personal professionell durchgeführt und das Boot ohne Beanstandung von MCC wieder übernommen.

Der Transfer nach Dubrovnik am nächsten Morgen wurde vereinbart.
Wir blieben über Nacht auf dem Boot und pünktlich um 09.00 Uhr wurden wir vom Transferdienst abgeholt. Der Grenzkontrolle Montenegro / Kroatien erfolgte in wenigen Minuten.

Unser Flieger ab Dubrovnik nach Hannover startete pünktlich um 14.00 Uhr.

Fazit

Mit diesem Segeltörn wollten wir das wenig benannte Segelrevier von Montenegro kennenlernen. Da uns nur eine Woche zur Verfügung stand, wollten wir uns vor Ort, je nach Wetterlage, entscheiden, wie weit wir an der Adriaküste entlang in Richtung Albanien segeln wollten. Es herrschte hochsommerliches Wetter mit hohen Lufttemperaturen bei mäßigen Winden. Die Ursache war ein stabiles Hoch über dem Balkan und sorgte für ruhiges Sommerwetter bei schwacher Luftbewegung und mit Lufttemperaturen zwischen 28 und 32 C. Das sportliche Segeln war zu unserem Leidwesen, dadurch zu kurz gekommen.
Die Liegegebühren in den Häfen, resp. Marina Budva waren lagen zwischen 33 und 55 €.
Die sanitären Einrichtungen sind ein Manko, teilweise keine Einrichtungen vorhanden oder mangelhaft gepflegte und gereinigte Anlagen fanden wir vor. Für Murings scheint das Geld ebenso wie für Toiletten und Duschen nicht gereicht zu haben, doch die Liegegebühren waren gesalzen. Es wurden aber zu wenige Liegeplätze für Gäste, bis auf Budva und Bar, angeboten.
Die Kontaktaufnahme mit den Hafenmeistern klappte nur per Mobiltelefon.
Der Transfer funktionierte ausgezeichnet, ebenso war die Vorbereitung und Koordination zu unserem Segeltörn seitens von Master Yachting und MCC sehr gut vorbereitet und organisiert.

Mast und Schotbruch

Hermann Goss

Restoran Kala Longa - Herceg Novi

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