Kroatien 2019

TÖRN Nord-DALMATIEN - Zadar

Team 2019

Von links: Dieter Heumer, Fred Grabowski, Hermann Goss und Michael Böhme.

Küste Nord-Dalmatien

Bericht Segeltörn 2019 Kroatien, Nord-Dalmatien

Basis: Sukosan (Zadar), Marina Dalmacija

Vom 31.08.bis 07.09.2019

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1. Tag - Samstag, 31. August

Für unsere diesjährige Segelfreizeit haben wir uns wieder einmal für die Inselwelt vor der Norddalmatinischen Küste entschieden. Die Küste vor Norddalmatien von der nordwestlichen Spitze der langgestreckten Insel Otok Ugljan bis zur südöstlich gelegenen Stadt Sibenik sowie das davor liegende Archipel der Kornaten wird unser vorgesehenes Segelrevier sein. Die vielen der Küste vorgelagerten großen langgestreckten Inseln, wie Ugljan, Pasman, Dugi Otok, Zut, Kornat und Murter waren Gipfel und Bergrücken eines versunkenen Gebirges durch Landsenkungen und Landhebungen.Es bildeten sich breite Kanäle für Durchfahrten und viele Buchten für einen Ankerstop. Auch kleine mittelalterliche Hafenorte auf den Inseln bieten sich für einen Hafenstop an. Unsere Basis als Ausgangsort, wird etwa 5 km südöstlich von der alten Stadt Zadar gelegen, die Marina Dalmacija im Ortsteil Sukosan sein. Dort werden wir an Bord einer Segelyacht Jeaneau Sun Odyssey 389 gehen.

Etwas Besonderes für uns liegt südöstlich von Zadar der Nationalpark Kornati mit der langgestreckten Insel Kornat und seinem Inselarchipel. Weiter südöstlich an der Küste gelegen der Nationalpark Krka mit den berühmten Wasserfällen, die man über eine fjordähnliche Zufahrt ab der Stadt Sibenik bis zu der Stadt Skradin erreichen kann.

Mit unserem Segeltörn 2007 hatten wir schon dieses Revier kennengelernt, die Stadt Biograd war seinerzeit unser Stützpunkt. Wir segelten an der östlichen Seite der Insel Kornat durch das eindruckvolle Kornaten-Inselarchipel. Der Besuch der Krka-Wasserfälle hatte uns sehr beeindruckt. Vielleicht wäre ein erneuter Besuch möglich.

Airport Zadar

Mit dem Ferienflieger Condor Flugdienst bekamen wir einen Direktflug von Hannover nach Airport Zadar. Der Flieger startete allerdings erst am späten Nachmittag,um 17.40 h, und landete um 19.30 h auf dem Airport. Vorsorglich hatte ich durch unseren Vercharterer einen Transfer zur Marina reservieren lassen. Durch ein Namenstafel machte er sich im Flughafenausgang kenntlich. Er fuhr uns in einer kurzen Fahrt in die Marina. Mittlerweile war es duster geworden. Er versicherte uns, dass er uns zu unserem Charterboot nach Sukosan, Marina Dalmacija, Pier 3 bringen würde. Gegen 20.45 h erreichten wir die Pier 3 (langer Steg), die schwach beleuchtet war. Er sagte, auf der linken Seite der Pier müsste die SY Jeaneau Sun Odyssey 389, MALA KATARINA, liegen. Er ging dann wieder zu seinem Wagen und fuhr davon. Wir machten uns auf die Suche. Entlang der Pier kamen wir zu einer SY mit Namen KATRINA, deren vollständigen Namen wir bei der schwachen Pierbeleuchtung nicht klar erkennen konnten. Es war auch eine Jeaneau, Sun Odyssey, deren Typenbezeichnung wir nicht erkennen konnten. Wir gingen an Bord, das Schott zum Niedergang war unverschlossen. Wir gingen in den Salon und schauten uns um. Im ersten Augenblick überraschte uns die Größe der Kabinen und die großzügige Ausstattung, dazu 2 WCs. Sofort kamen mir Zweifel auf, es ist nicht die Sun Odyssey, die ich gechartert hatte, die kleiner sein müsste als diese größere Ausführung. Wir gingen wieder von Bord und fragten uns, ob unser Charterboot vielleicht nach einer anderen Pier verholt sein könnte.

Jeaneau Sun Odyssey 389, MALA KATARINA

Jetzt konnte uns nur noch ein telefonischer Kontakt mit dem Vercharterer vor Ort „Navigo“ weiterhelfen. Wenn das Büro in der Marina geschlossen war, könnte ja eine Weiterleitung zum privaten Anschluß erfolgen. Negativ, kein Kontakt. Ich suchte mir einen hellen Platz und schrieb eine Anfrage per SMS. Wenige Minuten später kam ein Anrufton auf meinem Mobil, eine Frau meldete sich. Ich nannte meinen Namen und dass wir auf die vergebliche Suche nach der MALA KATARINA seien. Sie gab mir einen kurzen Hinweis, dass das Boot gleich Anfang der Pier, auf der linke Seite, liegen würde. Da lag sie auch. Der Name war in senkrechter Schrift auf linken Seite des Hecks. Die Schrift war bronzefarben, unauffällig mit wenig Kontrast. So war es uns auch nicht aufgefallen, da im allgemeinen der Bootsname in schwarzen großen Buchstaben waagerecht auf die Heckklappe resp. Heck geschrieben wird. Uns war die Sache schon etwas peinlich.

Wir verstauten unser Gepäck und machten unsere Kojen fertig, Bettwäsche und Decken lagen bereit.

Gemütliche Abendrunde

Inzwischen meldete sich der Durst und Hunger, denn im Flieger gab es nur etwas zu essen bei relativ hohen Kosten, wovon wir keinen Gebrauch machen wollten. Wir machten uns auf den Weg ins nahegelegene erleuchtete Restaurant. Ein in wenigen Minuten erreichbares Restaurant auf dem Hafengelände war schon ein großes Plus für die Marina.

Es gab viele Tische unter einem großen Zeltdach, das mit einem festen Gebäude verbunden war. Viele Segelcrews, waren hier zum Abendessen versammelt. Am Eingang zum Gebäude sahen wir nur noch einen freien Tisch, auf den wir sogleich zusteuerten. Der aufmerksame Wirt wies ihn uns zu und nahm unsere Getränkebestellung entgegen. Minuten später stand die erste Runde Bier vor uns und löschte unseren großen Durst. Mit dem leckeren Abendessen stärkten wir uns ausgiebig. Später an Bord ließen wir den Reisetag bei einem Glas Roten entspannt ausklingen.

         
       
         

2. Tag - Sonntag, 1. September

Sonntag, 1.September: Von Liegeplatz in Marina Sukosan, Pier 3, an Nordwestspitze Otok Ugljan, die Inselspitze runden, Bucht Pavlesina südwestliche Seite der Inselspitze. Pos.44° 07,8'N 015° 04,3'E.

Der Start in die diesjährige Segelfreizeit verlief nicht im gewohnten zeitlichen Rahmen. Durch die Landung des Fliegers am Abend auf dem Airport Zadar und die Ankunft bei Dunkelheit in der Marina würde der Check-in zur Bootsübernahme am Sonntagvormittag in verkürzter Form erfolgen. Diesen Vorgang am frühen Nachmittag abzuschließen sollte unser Ziel sein, um baldmöglichst auszulaufen und in den wenigen noch verbleibenden Stunden zu segeln. Für diese kurze Etappe mit Kurs NW entlang dem Zadarski Kanal hatten wir eine Bucht an der Insel Otok Ugljan ausgemacht, die wir gut vor Sonnenuntergang unter Segel erreichen könnten, wenn der Wind mitspielen würde.

Bei der Anmeldung zum Check-in würde ich mir die Wetterprognose geben lassen.

Für einen ersten Blick auf das Barometer auf eventuelle eintretende Wetteränderungen fehlte das Barometer.

Der Sonntagmorgen begrüßte uns mit Sonnenschein und Wärme bei lockerer Bewölkung.

Unser Frühstück mußten wir zwangsläufig verschieben, da unser Proviantlieferant „JAM YachtSupply“ noch nicht eingetroffen war. Die Bestellung hatten wir eine Woche zuvor per Internet aufgegeben.

Daher war jetzt Zeit uns beim Vercharterer „Navigo/KROKI Nautika“ zum Check-in anzumelden. Vor dem schräg gegenüberliegenden Büro war es am heutigen Sonntagvormittag ruhig, wo sonst am Sonnabend als üblicher Anreisetag, die Crews vor dem Büro auf ihre Anmeldung warten. Wir waren Nachzüg ler, die Mehrzahl der Crews machten ihre Boote schon klar zum Auslaufen. Die Anmeldeformalitäten und die Stützpunktabgabe waren bald erledigt. Inzwischen war der Proviant eingetroffen und wurde umgehend im Boot vertstaut. Dann meldete sich auch schon der Vertreter von Vercharterer Navigo zum Check-in mit der Inventarliste.

Wir hatten eine ziemlich neue französische Jeanneau Sun Odyssey 389, Baujahr 2018, gechartert mit dem netten Namen MALA KATARINA. Länge 11,75 m, Breite 3,76 m, Tiefgang 1,95 m, 3 Kabinen, Segelfläche 70 qm als Rollgroß ausgeführt, Motor 29 PS/21 kW, mit Bugstrahlruder, 2 Steuerräder, Autopilot, GPSKartenplotter und Beiboot mit Außenborder.

Auf das einzelne Inventar ging er weiter nicht ein, sondern beschränkte sich mehr auf die Kontrolle der elektrischen Ausrüstung (Schalttafel). Im wesentlichen die Bilgepumpen, elektr. Ankerwinch und Signallichter u.a.m.. Es gab keinen Loggeber für ein Sumlog für die Geschwindigkeitsmessung im Wasser. Genügend Stauraum war vorhanden, die Pantry war mit Geschirr gut bestückt. Es erfolgte die Info über den eingebauten Fäkalientank, deren ordnungsgemäße Nutzung ich bestätigen mußte. Bei einer Verstopfung der Abflußleitung würden uns deftige Kosten drohen. Bettzeug und warme Decken waren reichlich vorhanden.

Bei Begehung an Deck waren für mich folgende Punkte auffällig:

Der Großbaum war festgelascht ?, ein Ausbaumen für den Segeltrimm war nicht möglich.

Das Vorsegel war eine große Genua I resp. II, also eine große Überlappung zum Groß, beim Wenden müßte öfter ein Mann auf das Vordeck, um das Vorsegel auf die Leeseite zu holen, weil sich Genuaschot oft am Beiboot hängen bleiben würde.

Der GPSKartenplotter mit einem relativ kleinen Display ausgestattet (Raymarine). Das Gerät war auf dem Klapptischende in der Plicht montiert, war für den auf der Seite stehenden Steuermann (2 Steuerräder) undeutlich einsehbar, vor allem bei Sonnenschein. Nach Probelauf für Motor, Bugstrahlruder, elektrische Ankerwinch und Beiboot-Außenborder, folgte Einweisung für die Autopilot-Steuerung.

Nach Durchsicht der Segel gab es noch für das Rollgroß einen wichtigen Hinweis über das störungsfreie Aus-/Einreffen, da oftmals das Tuch beim Einreffen im oberen Teil des Rollmastes zum Aufwölben und Verdicken neigt und somit das Einreffen blockiert.

Es war ein Check-in im Schnelldurchgang.

Der Mariner verließ das Boot und wir machten uns an die Vorbereitung des Frühstücks.

Auch wenn der Vormittag fast abgelaufen war, ohne Frühstück gab es kein Leinen los, denn mit knurrenden Magen läßt sich kein Segeln genießen. Die Zeit muß sein. Wir nahmen uns noch Zeit für ein kräftiges Frühstück, denn zu welcher Abendzeit wir unsere Ankerbucht erreichen würden, war ungewiß. Die meisten Segler hatten die Marina bereits verlassen und steuerten vermutlich eine Ankerbucht an.

Nach dem Frühstück wurden die Rettungswesten verteilt. Durch das Begleiten beim Check-in waren ja alle Segelkameraden bereits über die Einzelheiten des Bootes informiert worden. Dann hieß es klarmachen zum Auslaufen.

Unser Ziel waren zwei Buchten auf der sw-lichen Seite der Inselspitze von O.Ugljan, die Buchten U.Muline oder U.Pavlesina. Der Wind schwächelte zwischendurch, erholte sich aber wieder. Aber gegen 1700h schlief der Wind ein. Für die restliche Distanz, es waren noch etwa 7 sm bis zu unserem Ziel, mußte der Motor aktiv werden. Gegen 1800h erreichten wir die Nordspitze der Insel mit der vorgelagerten kleinen Insel O.Jidula. Die kleine Insel rundeten wir und mit sudöstlichem Kurs, etwa 150°, und steuerten die erste Bucht U.Muline an. Voraus lag eine große Ansammlung von Segelyachten in der Bucht.

Dort könnte es eng werden, also weiterfahren. Weiter vor uns ein vorspringendes Kap und um das Kap herum öffnete sich die Bucht U.Pavlesina, ausgeleuchtet im warmen Licht der Abendsonne. Einige Segelyachten lagen dort vor Anker, auch für uns sahen wir einen geeigneten Ankerplatz. Um 1830h hieß es dann Anker fallen.

Jetzt aber war bei schwächer werdender Abendsonne Entspannung angesagt, das wir mit ausreichend kühlem Bier sehr effektiv lösen konnten.

Langsam setzte die Dämmerung ein. Es wurden Überlegungen laut, sollten wir an Bord bleiben oder uns auf die Suche nach einem Restaurant machen.

Nach unserer Navi-Karte lag in der Bucht U.Muline, die wir vorher passiert hatten, ein kleines Dorf. Dort könnte es sicherlich ein Restaurant o.ä. geben.

Wir entschieden uns, unser Beiboot klarzumachen und die vor uns liegende weiträumige Bucht nach einem Liegeplatz zu erkunden. Wir schalteten das Ankerlicht ein und brachten das Boot zu Wasser, um den Außenborder zu montieren. Ich stieg ins Boot und stand im eindringenden Wasser, das Lenzventil war defekt. Nach Stopfen der Lenzöffnung mit Bordmittel, wurde der Außenborder montiert und wir stiegen um. Der Motor wurde gestartet und wir nahmen Kurs in die Bucht.

Beim letzten Blick auf das Boot, sahen wir, dass unterhalb des Bootsrumpfes das Wasser in bläuliches Licht getaucht war. Schön anzusehen. Vor uns lag eine Seilsperre mit runden Schwimmkugeln, die kein Hindernis war.

Am Ende der Bucht zwischen dicken Felsbrocken machten wir das Boot fest. Im letzten Tageslicht erkannten wir einen Pfad, der wohl um das vorspringende runde Kap führte könnte.

Nun kam Michaels Smartphone ins Spiel, der den Pfad über das Navi-App kontrollierte, eine Taschenlampe leuchtete den Pfad aus.

Nach etwa einer halben Stunde kamen wir um das Kap herum und sahen vor uns helles Licht des Ortes. Einige Leute kamen uns entgegen. Auf unsere Frage nach einem Restaurant, sagten sie, der Weg würde direkt dorthin führen. Nach einigen Minuten kamen wir zu einem kleinen befestigten Bootsanleger und nebenan ein kleines Restaurant, einfach eingerichtet. Einige Gäste waren noch anwesend.

Wir bekamen noch ein warmes kräftiges Essen und Getränke serviert. Es waren aufmerksame Leute, die uns gut versorgten.

Dann machten wir uns auf den Rückweg. Fred fand noch zwei Holzlatten, die er mitnahm für den Fall, dass der Außenborder nicht starten wollte, spaßeshalber. Wir fanden unser Beiboot am Liegeplatz. Wir zogen es ins Wasser, die folgenden Startversuche mißlangen. Das wir keine Paddel mitgenommen hatten, rächte es sich jetzt. Jetzt kamen Fred seine Holzlatten zum Einsatz und wir kamen gut voran. Das bläuliche Licht unter dem Bootsrumpf war unsere Zielmarke.

Bald hatten wir unser Zuhause erreicht und stiegen um.

Wir nahmen uns noch Zeit für einen gemütlichen Nachttrunk.

Die Ereignisse unserer nächtlichen Ausfahrt, bzw. der Nachtmarsch wurden noch einmal reflektiert.

         
       
         

3. Tag - Montag, 2. September

Montag, 2.September: Von Bucht Pavlesina, südwestliche Inselspitze von Ugljan, an ACI Marina Piskera, Pos. 43°43,4'N 015°47,8'E, Insel O.Piskera im Kornaten Archipel.

Der morgendliche Himmel mit aufgelockerter heller Bewölkung versprach einen schönen Segelwind. Der wöchentlichen Wettervorhersage zufolge, die ich in der Marina Dalmacija erhielt, kündigten sich für den heutigen Tag südöstliche Winde mit Windstärken von 4 bis 7 kn an, zum späteren Nachmittag abschwächend. Für unseren Kurs bedeutete es am Wind auf einen südöstlichen Kurs entlang der Insel Ugljan zu segeln.

Nachdem wir schon am Vortag eine Prise Segelwind geschmeckt hatten, freuten wir uns daher schon auf den heutigen Segeltag. Der Tagestörn sollte uns mit der Durchfahrt zwischen den südwestlich liegenden Inseln Dugi Otok und Otok Kornat in das Kornaten-Archipel bringen. Das Tagesziel sollte die ACI Marina Piskera auf der Insel Piskera sein. Das Kornaten-Archipel beginnt von der nördliche Spitze der Insel Otok Kornat bis zur Insel Otok Kurba Vela weit im Süden und schließt viele südwestich der Insel O.Kornat gelegenen kleinen kleinen Insel ein. Dieses Gebiet bildet den Nationalpark Kornaten, der unter Naturschutz gestellt ist.

Für ein komplettes Frühstück unter blauem Himmel ließen wir uns immer Zeit, aber heute schien es, als brannte die Sonne schon am Morgen sehr intensiv auf der Haut. Das könnte auf Wetteränderung hinweisen. Durch die schräg eintreffenden Sonnenstrahlen spendete die Plicht überdeckende Bimini nur wenig Schatten. Nur der Fahrtwind konnte uns Kühlung bringen.

Um 1000 Uhr hieß es Anker auf und wir verließen die Bucht. Mit Kurs 135° steuerten wir in den südöstlich verlaufenen Srednji Kanal ein. Er verläuft zwischen den Inseln Otok Ugljan und der schmalen Insel Otok Iz mit einer Breite von ca.1,5 sm und einer Länge von 9 sm. Wir setzten unsere 70 qm Segeltuch und leicht nahm unsere Sun Odyssey Fahrt auf.

Der längliche Bergrücken der Insel Ugljan auf Bb stieg sanft bis zu einer Höhe von ca.290 m an, war nicht bewaldet, sondern spärlicher grüner Macchiabewuchs bedeckte den Bergrücken, aus denen Felsen herausragten. Die deutlich kleinere längliche Insel Iz an Stb war deutlich flacher mit Höhenanstieg bis ca.170 m, war ebenfalls mit grünem Bewuchs bedeckt. Durch die vor allem vom Herbst über die Wintermonate bis zum Frühjahr stark auftretende Bora, im Sommer weniger intensiv, ist ein kalter böiger Fallwind aus NO, der vom Dinarischen Gebirge entlang der Küste, mit großer Geschwindigkeit auf die östliche Adria herabstürzt und über die Inseln hinwegfegt.

Dieser kalte und stürmische Wind läßt kein Wachstum von Bäumen und anderen Kulturpflanzen zu. Unser jetziges Segelrevier lag in dem gefährdeten Seegebiet von Norddalmatien, wo auch im Sommer die Bora mit 6-8 kn sehr böig tagelang wehen kann.

Gegen 1200h passierten wir das Leuchtfeuer der Südspitze, Kap Rt Parda, der Insel Otok Iz. Dann ein Kurswechsel nach SSO auf das Leuchtfeuer der südlichen Inselspitze von Otok Lavdara, ein weiterer Kurswechsel nach SW auf das Kap Rt Cuska der südöstlichen Spitze von Dugi Otok. Der Kurs führt direkt auf die Durchfahrt zu, genannt Prolaz Proversa Mala oder Mala Proversa, zwischen Dugi Otok und der Insel Katina. Das schmale Fahrwasser ist ca. 40 m breit und ca. 4 m tief. Die Strömung kann bis zu 4 kn erreichen.

In der Bucht vor der Durchfahrt versammelten sich mehrere Boote, die auf die Durchfahrt zusteuerten.

Um 1300h hatten wir die Einfahrt erreicht. In der Durchfahrt auf Bb ein kleines Restaurant und auf Stb öffnete sich der Luka Telascica, ein großer See, der ca. 4 sm in in den südlichen Teil von Dugi Otok hineinragt. Um 1315h waren wir durch, passierten das Kap Rt Vidilica, an der südlichen Inselspitze von Dugi Otok und setzten einen Kurs von 180° auf das Leuchtfeuer der kleinen Insel Sestrica Veliki ab. Unsere Position war jetzt auf der südwestlichen Seite der Insel Otok Kornat und damit im Kornat- Natonalpark. Der Nationalpark hat 89 Inseln und Riffe. Wir erhielten einen fantastischen Blick auf die vielen kleinen und größeren Inseln mit ockerfarbigen und grüngesprenkelten flachen Erhebungen. Die weite Landschaft war sehr beeindruckend, wir waren in einer anderen Welt hineinversetzt worden. Die Häuser auf den baumlosen Insel sollen nur zeitweise bewohnt sein.

Unser Ziel war die 9 sm südöstlich gelegene Insel O.Piskera mit ACI Marina Piskera. Die Marina ist unter den Nautikern besonders beliebt, weil sie sich auf der Hälfte des Weges durch den Nationalpark Kornati befindet und von einem Mosaik aus Inseln und Inselchen, Felsen und Leuchttürmen umgeben ist (schreibt die kroatische Werbung).

Gegen 1400h setzten wir bei schwachem Wind die Segel. Langsam zog Bewölkung auf, der Wind aus SO nahm zu. Wir kamen jetzt gut in Fahrt. Wir hatten eine ruhige Fahrt entlang der vielen Inseln und Felsen.

Gegen 1730h erreichten wir die südöstlich gelegene Einfahrt der Marina Piskera. Auf der Suche nach einem Liegeplatz entlang der Stege bekamen wir einen Liegeplatz am hinten liegenden Steg 5E, Pos. 43°43,4'N 015°47,8'E.

Nachdem wir unseren ersten Durst gelöscht hatten, schauten wir uns um, denn der Hunger meldete sich. Auf dem Steg sahen wir, wie Leute in ein Motorboot stiegen und zu der gegenüberliegenden Stegen fuhren, denn da war ein Restaurant. Für nächste Shuttle-Fahrt meldeten wir uns an.

Kurze Zeit später saßen wir zufrieden im Restaurant und warteten auf unser Abendessen. Die servierte Platte mit gemischten Fleisch-und Fisch-Speisen kam uns gerade recht. Das Essen abgelöscht mit lokalem Wein.

Mit mehreren Leute fuhren wir wieder zum Steg zurück. Ein gelungener Abend.

         
       
         

Küste Nord-Dalmatien

Ugljan

Die Insel Ugljan ist mit 51 Quadratkilometern zwar nicht sehr groß, doch zählt sie zu den am dichtesten besiedelten der dalmatinischen Inselwelt. In den eng aneinandergereihten Dörfern, die allesamt auf der Festlandseite liegen, leben etwa 7.500 Menschen. Schon in der Jungsteinzeit siedelten hier Menschen und der Name Ugljan tauchte erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1325 auf. Illyrer bewohnten die Insel, später dann Römer, und während der Türkenkriege versorgte das fruchtbare Ugljan die vom Hinterland abgeschnittenen Bewohner von Zadar mit seinen Feldfrüchten. Um dem Schiffsverkehr eine Durchfahrt zwischen den benachbarten Inseln Ugljan und Pasman zu ermöglichen, wurde Ende des 19. Jahrhunderts ein Kanal gegraben und seit 1973 verbindet eine Brücke die beiden Inseln.

Pasman

Mit ca. 21 km Länge, einer Breite von bis zu 4,1 km und ca. 60 km² Fläche erstreckt sie sich von Nordwesten nach Südosten parallel zur dalmatinischen Küste, von der sie durch den etwa 4 km breiten „Pašmanski kanal“ getrennt ist. Der höchste Punkt der Insel ist der 272 m hohe Berg Veliki Bokolj. Die Insel besteht aus Kreidekalk und Dolomitgestein.

Haupterwerbsgrundlage für die etwa 3500 Bewohner stellen Landwirtschaft, Tourismus und Fischfang dar. Sie leben überwiegend auf der dem Festland zugewandten, flachen, nordöstlichen Küste der Insel. Hier prägt das Grün von Olivenhainen, Gärten und Weingärten die Landschaft. Die steile und zerklüftete, unbewohnte Südwestküste der Insel wird von zahlreichen Buchten gegliedert und ist vielfach nur mit Macchie bewachsen.

Die Insel ist seit illyrischer und römischer Zeit besiedelt. Ab 1050 gehörte die Insel zum Bistum von  Biograd, ab 1126 zum Erzbistum Zadar. Während der Einfälle von Türken und Venezianern diente sie als Fluchtort für die umliegenden Küstenbewohner. Sie wurde nicht erobert. In der kleinen Ortschaft  Kraj gibt es noch ein Franziskaner-Kloster aus dem 14. Jahrhundert mit einem kleinen Museum. Und in der Nähe von Tkon befindet sich auf dem Berg Ćokovac ein kleines Benediktiner-Kloster aus der gleichen Zeit.

Dugi Otok

Dugi Otok (kroatisch für „Lange Insel“, ital.: Isola Lunga) ist eine Insel vor der kroatischen Küste in der Adria. Sie liegt vor der Küste Dalmatiens, mit der Fähre etwa 1,5 Stunden von Zadar entfernt.

Die Insel trägt ihren Namen auf Grund ihrer geographischen Gestalt mit einer Länge von etwa 43 km bei einer Breite von nur rund 5 km. Die höchste Erhebung der Insel liegt bei 300 m über NN. Dugi Otok hat rund 1800 Einwohner.

Während die Westküste weitgehend aus unzugänglicher Steilküste besteht, liegen fast alle bewohnten Ortschaften auf der Ostseite der Insel, die dem Festland zugewandt ist. 

Sali ist mit etwa 900 Einwohnern der größte Ort der Insel und inoffizielle „Inselhauptstadt“.

Weitere größere Siedlungen sind Božava, Brbinj, Luka, Zaglav u. Žman.

Im Südosten der Insel befindet sich der Naturpark Telašćica. Unmittelbar südöstlich davon grenzt der Nationalpark Komaten an.

Dugi Otok besitzt keine Süßwasserquellen. Deshalb kommen wöchentliche Wassertransporte mit dem Schiff.

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