Kroatien 2019

TÖRN Nord-DALMATIEN - Zadar

Team 2019

Von links: Dieter Heumer, Fred Grabowski, Hermann Goss und Michael Böhme.

Küste Nord-Dalmatien

Bericht Segeltörn 2019 Kroatien, Nord-Dalmatien

Basis: Sukosan (Zadar), Marina Dalmacija

Vom 31.08.bis 07.09.2019

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1. Tag - Samstag, 31. August

Für unsere diesjährige Segelfreizeit haben wir uns wieder einmal für die Inselwelt vor der Norddalmatinischen Küste entschieden. Die Küste vor Norddalmatien von der nordwestlichen Spitze der langgestreckten Insel Otok Ugljan bis zur südöstlich gelegenen Stadt Sibenik sowie das davor liegende Archipel der Kornaten wird unser vorgesehenes Segelrevier sein. Die vielen der Küste vorgelagerten großen langgestreckten Inseln, wie Ugljan, Pasman, Dugi Otok, Zut, Kornat und Murter waren Gipfel und Bergrücken eines versunkenen Gebirges durch Landsenkungen und Landhebungen.Es bildeten sich breite Kanäle für Durchfahrten und viele Buchten für einen Ankerstop. Auch kleine mittelalterliche Hafenorte auf den Inseln bieten sich für einen Hafenstop an. Unsere Basis als Ausgangsort, wird etwa 5 km südöstlich von der alten Stadt Zadar gelegen, die Marina Dalmacija im Ortsteil Sukosan sein. Dort werden wir an Bord einer Segelyacht Jeaneau Sun Odyssey 389 gehen.

Etwas Besonderes für uns liegt südöstlich von Zadar der Nationalpark Kornati mit der langgestreckten Insel Kornat und seinem Inselarchipel. Weiter südöstlich an der Küste gelegen der Nationalpark Krka mit den berühmten Wasserfällen, die man über eine fjordähnliche Zufahrt ab der Stadt Sibenik bis zu der Stadt Skradin erreichen kann.

Mit unserem Segeltörn 2007 hatten wir schon dieses Revier kennengelernt, die Stadt Biograd war seinerzeit unser Stützpunkt. Wir segelten an der östlichen Seite der Insel Kornat durch das eindruckvolle Kornaten-Inselarchipel. Der Besuch der Krka-Wasserfälle hatte uns sehr beeindruckt. Vielleicht wäre ein erneuter Besuch möglich.

Airport Zadar

Mit dem Ferienflieger Condor Flugdienst bekamen wir einen Direktflug von Hannover nach Airport Zadar. Der Flieger startete allerdings erst am späten Nachmittag,um 17.40 h, und landete um 19.30 h auf dem Airport. Vorsorglich hatte ich durch unseren Vercharterer einen Transfer zur Marina reservieren lassen. Durch ein Namenstafel machte er sich im Flughafenausgang kenntlich. Er fuhr uns in einer kurzen Fahrt in die Marina. Mittlerweile war es duster geworden. Er versicherte uns, dass er uns zu unserem Charterboot nach Sukosan, Marina Dalmacija, Pier 3 bringen würde. Gegen 20.45 h erreichten wir die Pier 3 (langer Steg), die schwach beleuchtet war. Er sagte, auf der linken Seite der Pier müsste die SY Jeaneau Sun Odyssey 389, MALA KATARINA, liegen. Er ging dann wieder zu seinem Wagen und fuhr davon. Wir machten uns auf die Suche. Entlang der Pier kamen wir zu einer SY mit Namen KATRINA, deren vollständigen Namen wir bei der schwachen Pierbeleuchtung nicht klar erkennen konnten. Es war auch eine Jeaneau, Sun Odyssey, deren Typenbezeichnung wir nicht erkennen konnten. Wir gingen an Bord, das Schott zum Niedergang war unverschlossen. Wir gingen in den Salon und schauten uns um. Im ersten Augenblick überraschte uns die Größe der Kabinen und die großzügige Ausstattung, dazu 2 WCs. Sofort kamen mir Zweifel auf, es ist nicht die Sun Odyssey, die ich gechartert hatte, die kleiner sein müsste als diese größere Ausführung. Wir gingen wieder von Bord und fragten uns, ob unser Charterboot vielleicht nach einer anderen Pier verholt sein könnte.

Jeaneau Sun Odyssey 389, MALA KATARINA

Jetzt konnte uns nur noch ein telefonischer Kontakt mit dem Vercharterer vor Ort „Navigo“ weiterhelfen. Wenn das Büro in der Marina geschlossen war, könnte ja eine Weiterleitung zum privaten Anschluß erfolgen. Negativ, kein Kontakt. Ich suchte mir einen hellen Platz und schrieb eine Anfrage per SMS. Wenige Minuten später kam ein Anrufton auf meinem Mobil, eine Frau meldete sich. Ich nannte meinen Namen und dass wir auf die vergebliche Suche nach der MALA KATARINA seien. Sie gab mir einen kurzen Hinweis, dass das Boot gleich Anfang der Pier, auf der linke Seite, liegen würde. Da lag sie auch. Der Name war in senkrechter Schrift auf linken Seite des Hecks. Die Schrift war bronzefarben, unauffällig mit wenig Kontrast. So war es uns auch nicht aufgefallen, da im allgemeinen der Bootsname in schwarzen großen Buchstaben waagerecht auf die Heckklappe resp. Heck geschrieben wird. Uns war die Sache schon etwas peinlich.

Wir verstauten unser Gepäck und machten unsere Kojen fertig, Bettwäsche und Decken lagen bereit.

Gemütliche Abendrunde

Inzwischen meldete sich der Durst und Hunger, denn im Flieger gab es nur etwas zu essen bei relativ hohen Kosten, wovon wir keinen Gebrauch machen wollten. Wir machten uns auf den Weg ins nahegelegene erleuchtete Restaurant. Ein in wenigen Minuten erreichbares Restaurant auf dem Hafengelände war schon ein großes Plus für die Marina.

Es gab viele Tische unter einem großen Zeltdach, das mit einem festen Gebäude verbunden war. Viele Segelcrews, waren hier zum Abendessen versammelt. Am Eingang zum Gebäude sahen wir nur noch einen freien Tisch, auf den wir sogleich zusteuerten. Der aufmerksame Wirt wies ihn uns zu und nahm unsere Getränkebestellung entgegen. Minuten später stand die erste Runde Bier vor uns und löschte unseren großen Durst. Mit dem leckeren Abendessen stärkten wir uns ausgiebig. Später an Bord ließen wir den Reisetag bei einem Glas Roten entspannt ausklingen.

         
       
         

2. Tag - Sonntag, 1. September

Sonntag, 1.September: Von Liegeplatz in Marina Sukosan, Pier 3, an Nordwestspitze Otok Ugljan, die Inselspitze runden, Bucht Pavlesina südwestliche Seite der Inselspitze. Pos.44° 07,8'N 015° 04,3'E.

Der Start in die diesjährige Segelfreizeit verlief nicht im gewohnten zeitlichen Rahmen. Durch die Landung des Fliegers am Abend auf dem Airport Zadar und die Ankunft bei Dunkelheit in der Marina würde der Check-in zur Bootsübernahme am Sonntagvormittag in verkürzter Form erfolgen. Diesen Vorgang am frühen Nachmittag abzuschließen sollte unser Ziel sein, um baldmöglichst auszulaufen und in den wenigen noch verbleibenden Stunden zu segeln. Für diese kurze Etappe mit Kurs NW entlang dem Zadarski Kanal hatten wir eine Bucht an der Insel Otok Ugljan ausgemacht, die wir gut vor Sonnenuntergang unter Segel erreichen könnten, wenn der Wind mitspielen würde.

Bei der Anmeldung zum Check-in würde ich mir die Wetterprognose geben lassen.

Für einen ersten Blick auf das Barometer auf eventuelle eintretende Wetteränderungen fehlte das Barometer.

Der Sonntagmorgen begrüßte uns mit Sonnenschein und Wärme bei lockerer Bewölkung.

Unser Frühstück mußten wir zwangsläufig verschieben, da unser Proviantlieferant „JAM YachtSupply“ noch nicht eingetroffen war. Die Bestellung hatten wir eine Woche zuvor per Internet aufgegeben.

Daher war jetzt Zeit uns beim Vercharterer „Navigo/KROKI Nautika“ zum Check-in anzumelden. Vor dem schräg gegenüberliegenden Büro war es am heutigen Sonntagvormittag ruhig, wo sonst am Sonnabend als üblicher Anreisetag, die Crews vor dem Büro auf ihre Anmeldung warten. Wir waren Nachzüg ler, die Mehrzahl der Crews machten ihre Boote schon klar zum Auslaufen. Die Anmeldeformalitäten und die Stützpunktabgabe waren bald erledigt. Inzwischen war der Proviant eingetroffen und wurde umgehend im Boot vertstaut. Dann meldete sich auch schon der Vertreter von Vercharterer Navigo zum Check-in mit der Inventarliste.

Wir hatten eine ziemlich neue französische Jeanneau Sun Odyssey 389, Baujahr 2018, gechartert mit dem netten Namen MALA KATARINA. Länge 11,75 m, Breite 3,76 m, Tiefgang 1,95 m, 3 Kabinen, Segelfläche 70 qm als Rollgroß ausgeführt, Motor 29 PS/21 kW, mit Bugstrahlruder, 2 Steuerräder, Autopilot, GPSKartenplotter und Beiboot mit Außenborder.

Auf das einzelne Inventar ging er weiter nicht ein, sondern beschränkte sich mehr auf die Kontrolle der elektrischen Ausrüstung (Schalttafel). Im wesentlichen die Bilgepumpen, elektr. Ankerwinch und Signallichter u.a.m.. Es gab keinen Loggeber für ein Sumlog für die Geschwindigkeitsmessung im Wasser. Genügend Stauraum war vorhanden, die Pantry war mit Geschirr gut bestückt. Es erfolgte die Info über den eingebauten Fäkalientank, deren ordnungsgemäße Nutzung ich bestätigen mußte. Bei einer Verstopfung der Abflußleitung würden uns deftige Kosten drohen. Bettzeug und warme Decken waren reichlich vorhanden.

Bei Begehung an Deck waren für mich folgende Punkte auffällig:

Der Großbaum war festgelascht ?, ein Ausbaumen für den Segeltrimm war nicht möglich.

Das Vorsegel war eine große Genua I resp. II, also eine große Überlappung zum Groß, beim Wenden müßte öfter ein Mann auf das Vordeck, um das Vorsegel auf die Leeseite zu holen, weil sich Genuaschot oft am Beiboot hängen bleiben würde.

Der GPSKartenplotter mit einem relativ kleinen Display ausgestattet (Raymarine). Das Gerät war auf dem Klapptischende in der Plicht montiert, war für den auf der Seite stehenden Steuermann (2 Steuerräder) undeutlich einsehbar, vor allem bei Sonnenschein. Nach Probelauf für Motor, Bugstrahlruder, elektrische Ankerwinch und Beiboot-Außenborder, folgte Einweisung für die Autopilot-Steuerung.

Nach Durchsicht der Segel gab es noch für das Rollgroß einen wichtigen Hinweis über das störungsfreie Aus-/Einreffen, da oftmals das Tuch beim Einreffen im oberen Teil des Rollmastes zum Aufwölben und Verdicken neigt und somit das Einreffen blockiert.

Es war ein Check-in im Schnelldurchgang.

Der Mariner verließ das Boot und wir machten uns an die Vorbereitung des Frühstücks.

Auch wenn der Vormittag fast abgelaufen war, ohne Frühstück gab es kein Leinen los, denn mit knurrenden Magen läßt sich kein Segeln genießen. Die Zeit muß sein. Wir nahmen uns noch Zeit für ein kräftiges Frühstück, denn zu welcher Abendzeit wir unsere Ankerbucht erreichen würden, war ungewiß. Die meisten Segler hatten die Marina bereits verlassen und steuerten vermutlich eine Ankerbucht an.

Nach dem Frühstück wurden die Rettungswesten verteilt. Durch das Begleiten beim Check-in waren ja alle Segelkameraden bereits über die Einzelheiten des Bootes informiert worden. Dann hieß es klarmachen zum Auslaufen.

Unser Ziel waren zwei Buchten auf der sw-lichen Seite der Inselspitze von O.Ugljan, die Buchten U.Muline oder U.Pavlesina. Der Wind schwächelte zwischendurch, erholte sich aber wieder. Aber gegen 1700h schlief der Wind ein. Für die restliche Distanz, es waren noch etwa 7 sm bis zu unserem Ziel, mußte der Motor aktiv werden. Gegen 1800h erreichten wir die Nordspitze der Insel mit der vorgelagerten kleinen Insel O.Jidula. Die kleine Insel rundeten wir und mit sudöstlichem Kurs, etwa 150°, und steuerten die erste Bucht U.Muline an. Voraus lag eine große Ansammlung von Segelyachten in der Bucht.

Dort könnte es eng werden, also weiterfahren. Weiter vor uns ein vorspringendes Kap und um das Kap herum öffnete sich die Bucht U.Pavlesina, ausgeleuchtet im warmen Licht der Abendsonne. Einige Segelyachten lagen dort vor Anker, auch für uns sahen wir einen geeigneten Ankerplatz. Um 1830h hieß es dann Anker fallen.

Jetzt aber war bei schwächer werdender Abendsonne Entspannung angesagt, das wir mit ausreichend kühlem Bier sehr effektiv lösen konnten.

Langsam setzte die Dämmerung ein. Es wurden Überlegungen laut, sollten wir an Bord bleiben oder uns auf die Suche nach einem Restaurant machen.

Nach unserer Navi-Karte lag in der Bucht U.Muline, die wir vorher passiert hatten, ein kleines Dorf. Dort könnte es sicherlich ein Restaurant o.ä. geben.

Wir entschieden uns, unser Beiboot klarzumachen und die vor uns liegende weiträumige Bucht nach einem Liegeplatz zu erkunden. Wir schalteten das Ankerlicht ein und brachten das Boot zu Wasser, um den Außenborder zu montieren. Ich stieg ins Boot und stand im eindringenden Wasser, das Lenzventil war defekt. Nach Stopfen der Lenzöffnung mit Bordmittel, wurde der Außenborder montiert und wir stiegen um. Der Motor wurde gestartet und wir nahmen Kurs in die Bucht.

Beim letzten Blick auf das Boot, sahen wir, dass unterhalb des Bootsrumpfes das Wasser in bläuliches Licht getaucht war. Schön anzusehen. Vor uns lag eine Seilsperre mit runden Schwimmkugeln, die kein Hindernis war.

Am Ende der Bucht zwischen dicken Felsbrocken machten wir das Boot fest. Im letzten Tageslicht erkannten wir einen Pfad, der wohl um das vorspringende runde Kap führte könnte.

Nun kam Michaels Smartphone ins Spiel, der den Pfad über das Navi-App kontrollierte, eine Taschenlampe leuchtete den Pfad aus.

Nach etwa einer halben Stunde kamen wir um das Kap herum und sahen vor uns helles Licht des Ortes. Einige Leute kamen uns entgegen. Auf unsere Frage nach einem Restaurant, sagten sie, der Weg würde direkt dorthin führen. Nach einigen Minuten kamen wir zu einem kleinen befestigten Bootsanleger und nebenan ein kleines Restaurant, einfach eingerichtet. Einige Gäste waren noch anwesend.

Wir bekamen noch ein warmes kräftiges Essen und Getränke serviert. Es waren aufmerksame Leute, die uns gut versorgten.

Dann machten wir uns auf den Rückweg. Fred fand noch zwei Holzlatten, die er mitnahm für den Fall, dass der Außenborder nicht starten wollte, spaßeshalber. Wir fanden unser Beiboot am Liegeplatz. Wir zogen es ins Wasser, die folgenden Startversuche mißlangen. Das wir keine Paddel mitgenommen hatten, rächte es sich jetzt. Jetzt kamen Fred seine Holzlatten zum Einsatz und wir kamen gut voran. Das bläuliche Licht unter dem Bootsrumpf war unsere Zielmarke.

Bald hatten wir unser Zuhause erreicht und stiegen um.

Wir nahmen uns noch Zeit für einen gemütlichen Nachttrunk.

Die Ereignisse unserer nächtlichen Ausfahrt, bzw. der Nachtmarsch wurden noch einmal reflektiert.

         
       
         

3. Tag - Montag, 2. September

Montag, 2.September: Von Bucht Pavlesina, südwestliche Inselspitze von Ugljan, an ACI Marina Piskera, Pos. 43°43,4'N 015°47,8'E, Insel O.Piskera im Kornaten Archipel.

Der morgendliche Himmel mit aufgelockerter heller Bewölkung versprach einen schönen Segelwind. Der wöchentlichen Wettervorhersage zufolge, die ich in der Marina Dalmacija erhielt, kündigten sich für den heutigen Tag südöstliche Winde mit Windstärken von 4 bis 7 kn an, zum späteren Nachmittag abschwächend. Für unseren Kurs bedeutete es am Wind auf einen südöstlichen Kurs entlang der Insel Ugljan zu segeln.

Nachdem wir schon am Vortag eine Prise Segelwind geschmeckt hatten, freuten wir uns daher schon auf den heutigen Segeltag. Der Tagestörn sollte uns mit der Durchfahrt zwischen den südwestlich liegenden Inseln Dugi Otok und Otok Kornat in das Kornaten-Archipel bringen. Das Tagesziel sollte die ACI Marina Piskera auf der Insel Piskera sein. Das Kornaten-Archipel beginnt von der nördliche Spitze der Insel Otok Kornat bis zur Insel Otok Kurba Vela weit im Süden und schließt viele südwestich der Insel O.Kornat gelegenen kleinen kleinen Insel ein. Dieses Gebiet bildet den Nationalpark Kornaten, der unter Naturschutz gestellt ist.

Für ein komplettes Frühstück unter blauem Himmel ließen wir uns immer Zeit, aber heute schien es, als brannte die Sonne schon am Morgen sehr intensiv auf der Haut. Das könnte auf Wetteränderung hinweisen. Durch die schräg eintreffenden Sonnenstrahlen spendete die Plicht überdeckende Bimini nur wenig Schatten. Nur der Fahrtwind konnte uns Kühlung bringen.

Um 1000 Uhr hieß es Anker auf und wir verließen die Bucht. Mit Kurs 135° steuerten wir in den südöstlich verlaufenen Srednji Kanal ein. Er verläuft zwischen den Inseln Otok Ugljan und der schmalen Insel Otok Iz mit einer Breite von ca.1,5 sm und einer Länge von 9 sm. Wir setzten unsere 70 qm Segeltuch und leicht nahm unsere Sun Odyssey Fahrt auf.

Der längliche Bergrücken der Insel Ugljan auf Bb stieg sanft bis zu einer Höhe von ca.290 m an, war nicht bewaldet, sondern spärlicher grüner Macchiabewuchs bedeckte den Bergrücken, aus denen Felsen herausragten. Die deutlich kleinere längliche Insel Iz an Stb war deutlich flacher mit Höhenanstieg bis ca.170 m, war ebenfalls mit grünem Bewuchs bedeckt. Durch die vor allem vom Herbst über die Wintermonate bis zum Frühjahr stark auftretende Bora, im Sommer weniger intensiv, ist ein kalter böiger Fallwind aus NO, der vom Dinarischen Gebirge entlang der Küste, mit großer Geschwindigkeit auf die östliche Adria herabstürzt und über die Inseln hinwegfegt.

Dieser kalte und stürmische Wind läßt kein Wachstum von Bäumen und anderen Kulturpflanzen zu. Unser jetziges Segelrevier lag in dem gefährdeten Seegebiet von Norddalmatien, wo auch im Sommer die Bora mit 6-8 kn sehr böig tagelang wehen kann.

Gegen 1200h passierten wir das Leuchtfeuer der Südspitze, Kap Rt Parda, der Insel Otok Iz. Dann ein Kurswechsel nach SSO auf das Leuchtfeuer der südlichen Inselspitze von Otok Lavdara, ein weiterer Kurswechsel nach SW auf das Kap Rt Cuska der südöstlichen Spitze von Dugi Otok. Der Kurs führt direkt auf die Durchfahrt zu, genannt Prolaz Proversa Mala oder Mala Proversa, zwischen Dugi Otok und der Insel Katina. Das schmale Fahrwasser ist ca. 40 m breit und ca. 4 m tief. Die Strömung kann bis zu 4 kn erreichen.

In der Bucht vor der Durchfahrt versammelten sich mehrere Boote, die auf die Durchfahrt zusteuerten.

Um 1300h hatten wir die Einfahrt erreicht. In der Durchfahrt auf Bb ein kleines Restaurant und auf Stb öffnete sich der Luka Telascica, ein großer See, der ca. 4 sm in in den südlichen Teil von Dugi Otok hineinragt. Um 1315h waren wir durch, passierten das Kap Rt Vidilica, an der südlichen Inselspitze von Dugi Otok und setzten einen Kurs von 180° auf das Leuchtfeuer der kleinen Insel Sestrica Veliki ab. Unsere Position war jetzt auf der südwestlichen Seite der Insel Otok Kornat und damit im Kornat- Natonalpark. Der Nationalpark hat 89 Inseln und Riffe. Wir erhielten einen fantastischen Blick auf die vielen kleinen und größeren Inseln mit ockerfarbigen und grüngesprenkelten flachen Erhebungen. Die weite Landschaft war sehr beeindruckend, wir waren in einer anderen Welt hineinversetzt worden. Die Häuser auf den baumlosen Insel sollen nur zeitweise bewohnt sein.

Unser Ziel war die 9 sm südöstlich gelegene Insel O.Piskera mit ACI Marina Piskera. Die Marina ist unter den Nautikern besonders beliebt, weil sie sich auf der Hälfte des Weges durch den Nationalpark Kornati befindet und von einem Mosaik aus Inseln und Inselchen, Felsen und Leuchttürmen umgeben ist (schreibt die kroatische Werbung).

Gegen 1400h setzten wir bei schwachem Wind die Segel. Langsam zog Bewölkung auf, der Wind aus SO nahm zu. Wir kamen jetzt gut in Fahrt. Wir hatten eine ruhige Fahrt entlang der vielen Inseln und Felsen.

Gegen 1730h erreichten wir die südöstlich gelegene Einfahrt der Marina Piskera. Auf der Suche nach einem Liegeplatz entlang der Stege bekamen wir einen Liegeplatz am hinten liegenden Steg 5E, Pos. 43°43,4'N 015°47,8'E.

Nachdem wir unseren ersten Durst gelöscht hatten, schauten wir uns um, denn der Hunger meldete sich. Auf dem Steg sahen wir, wie Leute in ein Motorboot stiegen und zu der gegenüberliegenden Stegen fuhren, denn da war ein Restaurant. Für nächste Shuttle-Fahrt meldeten wir uns an.

Kurze Zeit später saßen wir zufrieden im Restaurant und warteten auf unser Abendessen. Die servierte Platte mit gemischten Fleisch-und Fisch-Speisen kam uns gerade recht. Das Essen abgelöscht mit lokalem Wein.

Mit mehreren Leute fuhren wir wieder zum Steg zurück. Ein gelungener Abend.

         
       
         

4. Tag - Dienstag, 3. September

Dienstag, 3.September: Hafentag in Marina Piskera, Pos. 43°43,4'N 015°47,8'E, auf der Insel O.Piskera/ Panitula.

Der Blick zum Himmel am frühen Morgen versprach nichts Gutes. Eine graue und dunkel gemischte Wolkendecke war über Nacht über den Inseln aufgezogen, es war windstill bei angenehmer Temperatur. Das deutete auf Anzeichen für Wetteränderung mit Starkwind und Gewitterböen hin. Ich musste einen Wetterbericht haben, denn da braut sich etwas zusammen, was unsere heutige Ausfahrt verhindern könnte. Ich machte mich auf den Weg zum Hafenbüro und erhielt umgehend den Wetterbericht für den heutigen 3.September. Und auch gleich für den nächsten Tag Mittwoch, herausgegeben vom Seewetterzentrum Split, sehr detailliert mit graphischen Skizzen. Für den heutigen Tag gab es eine Wetterwarnung, ich übernehme den Text:

„Auf der Nordadria und teils auf der Mitteladria östliche Nordostböen, 35-55 kn Wind, (Windstärke 8-10 Bft) südlich allmählich zunehmend auf 35-45 kn (8-9 Bft). Wetterlage: Der Trog mit dem Frontsystem verlagert sich über die Adria. Wettervorhersage für Mitteladria mit Warnung: Einzelne Gewitter, Nordostböen 35-45 kn Wind“.

Bei angesagten Windstärken von 7 Bft (ab 28-33 kn) und mehr ist der schützenden Hafen nicht zu verlassen, schreibt der Vercharterer vor. Damit wurde unsere Weiterfahrt gestoppt. Wir waren eingeweht, wie man unter Seglern so sagt. Unsere enge Planung ging nicht mehr auf. Ein langer Tag im Hafen lag vor uns. Die ersten Ausläufer des Sturmtiefs fegten schon aus nordöstlicher Richtung über die Marina, die durch den langen und hohen Bergrücken (110-128m Höhe) der Insel Piskera gut geschützt lag.

Bei angesagten Windstärken von 7 Bft (ab 28-33 kn) und mehr ist der schützenden Hafen nicht zu verlassen, schreibt der Vercharterer vor. Damit wurde unsere Weiterfahrt gestoppt. Wir waren eingeweht, wie man unter Seglern so sagt. Unsere enge Planung ging nicht mehr auf. Ein langer Tag im Hafen lag vor uns. Die ersten Ausläufer des Sturmtiefs fegten schon aus nordöstlicher Richtung über die Marina, die durch den langen und hohen Bergrücken (110-128m Höhe) der Insel Piskera gut geschützt lag.

Nachdem wir die Sachen an Bord verstaut hatten, gingen wir von Bord, um die Insel zu erkunden.

Die Marina lag an der kleinen Insel Panitula gegenüber der größeren Insel Piskera, deren schmaler Küstenstreifen mit Felsen bedeckt war. Getrennt waren sie durch einen Kanal, der am Ende eine schmale und flache Passage für Boote bis 0,5 m Tiefgang hatte.

Hinter den Marinagebäuden führte ein schmaler Pfad auf den Hügelrücken. Als wir oben waren, blies uns der laute böige Starkwind kräftig entgegen. Wir bahnten uns einen Weg über die Kalksteinbrocken zum abfallenden, nicht begehbaren felsigen Hang der Insel zur Passage des Kanals. Hier kamen wir nicht weiter. Bei unserem Rückweg entlang den 6 Stegen sahen wir kaum Lücken, waren doch die meisten Boote im Hafen verblieben.

Heute Abend wollten wir an Bord bleiben. Nach einer Pause machten wir uns an die Vorbereitungen für das warme Abendessen.

Abendstimmung

Der Ausklang des Hafentages war der Dämmerschoppen in der Plicht bei sehr milder Temperatur.

Das Heulen der Sturmfront, allerdings ohne Regen, nahm kein Ende.

Wir lagen hier gut und geschützt.

         
       
         

5. Tag - Mittwoch, 4. September

Mittwoch, 4.September: Von Marina Piskera, Insel Otok Piskera, an Insel O.Prvic,

Pos. 43°43,4'N 015°47,8'E, liegt vor der Einfahrt in den Kanal Sv. Ante nach Skradin. Distanz: 24 sm.

Über Nacht jaulte der Starkwind über die Marina. Er pfiff durch den Mastenwald der Segelyachten und brachte die Wanten zum Schwingen, die nicht fixierten Fallen schlugen gegen die Metallmasten und erzeugten ein nächtliches Hafenkonzert.

Gegen Morgen hatte der Sturm seine Stärke verloren und es wurde ruhiger.

Der morgendliche Blick zum Himmel sah nicht vielversprechend aus. Graue Wolkenfetzen jagten über den Himmel, es wurde aber zusehends heller.

Die Wettervorhersage vom Seewetterzentrum Split für die Adria der nächsten 24 Std.: Nordostwinde, 12-24 kn (4-5 Bft), nachlassend im Tagesverlauf auf 6-16 kn abschwächend. Im Küstenbereich drehend auf Nordwest, die Adria: Seegang 2-3. Aus Nordwest verstärkt sich der Einfluß des Hochdruckkeils. Das Frontsystem verlagert sich weiter ostwärts.Gute Sichtweite. Mit plötzlich aufkommenden böigen Winden mußten wir rechnen. Wir entschieden uns auszulaufen und die Fahrt fortzusetzen.

Zur Übernahme der Schiffsdokumente und Entrichtung der Hafengebühren gingen

Fred und ich ins Hafenbüro. Erwartungsvoll schauten wir auf die Rechnung: stolze 147,66 Euro (1.092,00 Kuna) mußten wir für 2 Nächt berappen. Das Kornati-Ticket für das Befahren des Naturschutzgebiet Kornaten ist im Preis enthalten.

Nach einem kräftigen Frühstück legten wir gegen 1000 h ab. Draußen vor der Küste setzten wir den Kurs mit 120° nach SO ab. Der Wind wehte mit ca. 13 kn, 4 Bft, aus NO, ein günstiger halber Wind-Kurs. Die Segel wurden mit Reffs gesetzt, vor allem die große Genua 1. Leicht kam unser Boot mit 5-6 kn in Fahrt. Wieder genossen wir den fantastischen Blick auf die vielen kleinen ockerfarbigen und grüngesprenkelten kuppelartig geformten Inseln. Sie schienen eine zusammenhängende hügelige Inselkette zu bilden.

Mit der Weiterfahrt parallel zu der Inselkette, unter einem anderen Blickwinkel gesehen, wurden einzelne Inseln mit schmalen Durchfahrten sichtbar. Mittlerweile hatte sich die Wolkendecke aufgelöst und das Himmelblau dominierte wieder. Jetzt durch das helle Sonnenlicht sah die Insellandschaft ganz verzaubert und mystisch aus. Ein eindrucksvoller und nicht zu vergessener Anblick. Wir befanden uns in einer anderen Welt, so schien es uns.

Südlich der kleinen Insel O.Lucmarinjak machten wir einen Kurswechsel und setzten den Kurs mit 65° auf die Küstenstadt Tribunj ab. Wir passierten die Südspitze der Insel Kurba Vela, Kap Rt Mede, suchten uns einen Kurs durch das abwechselungsreiche Inselarchipel. Hier war auch die südliche Grenze des Nationalparks.

An Steuerbord passierten wir die NW-Spitze der Insel Kakan mit der vorgelagerten Einzelgefahrenstellen-Tonne und querten den Kakanski Kanal. Der Wind drehte jetzt von NO auf NW mit ca. 10-13 kn.

Dann ein Kurswechsel nach SO in den Zmajanski Kanal, zwischen den Inseln Zmajan und Tijat. Mit Kurswechsel nach NO auf die Insel O.Prvic zu, hatten wir unser Tagesziel erreicht.

In der südöstlich gelegenen schmalen Bucht Prvic-Luka machten wir zwischen einigen anderen Booten noch eine Boje aus, an der wir um 1535 Uhr festmachten, auf Pos. 43°43,4'N 015°47,8'E. In dieser Position lagen wir vor der Einfahrt in den Kanal Sv. Ante der nach Sibenik und weiter nach Skradin führt.

Nach abwechselungsreicher Fahrt durch das Inselarchipel machten wir es uns in der Plicht gemütlich und genossen die schöne Abendstimmung in der Bucht.

Wir sahen auf einlaufende Boote, die noch nach einem Bojenplatz Ausschau hielten. Andere Crews machten ihre Beiboote klar für eine Ausfahrt oder nahmen ein Bad bei einer angenehmen Badetemperatur von ca. 27°C. Langsam meldete sich aber der Hunger und gegen Abend machten wir uns an das Abendessen.

Später bei schummriger Beleuchtung und einem Glas Roten beratschlagten wir die weitere Fahrt.

         
       
         

6. Tag - Donnerstag, 5. September

Donnerstag, 5.September: Von Insel O.Prvic, sie liegt vor der Einfahrt in Kanal Sv. Ante nach Skradin, an Insel O.Vrgada,Pos. 43° 50,85'N 015° 30,7'E.

Distanz: 18 sm.

Die eigentlich vorgesehene Fahrt am Mittwoch durch den fjordähnlichen Kanal Sv.Ante tief ins Landesinnere nach Skradin war durch den sturmbedingten ganztägigen Zwangsstop in der Marina Piskera unterbrochen worden. So hatten wir uns gestern Abend entschieden, auf diese Fahrt zu verzichten und Kurs auf Zadar zu nehmen. Denn nur noch knappe 2 Tage Fahrt lagen vor uns, da wäre die Rückfahrt von Skradin nach Zadar nur unter Motor mit hoher Marschfahrt möglich gewesen. Die Rückfahrt wollten wir weit möglichst unter Segeln fahren.

Die 6-tägige Wetterprognose informierte uns für den heutigen Donnerstag leichte Winde aus nordöstlichen Richtungen, für unseren Kurs Fahrt mit halben Wind. Die morgendliche Bewölkung löste sich langsam auf, ein milder Wind wehte in die Bucht. Die Sonne strahlte schon sehr intensiv vom Himmel, durch den noch tiefen Sonnenstand am Morgen waren schattige Plätze unter dem Bimini knapp.

Nach einem ausgiebigem Frühstück schauten wir uns die Seekarte an. Etwa 35 sm nach NW bis zum Stützpunkt lagen noch vor uns. Die Nordküste der Insel O.Murter mit zwei Marinas und einige Buchten lagen auf unserem Kurs, sowie höher nach NW die kleinen Inseln Murvenjak und Vrgada. Die Insel Vrgada mit der im Süden liegenden Bucht mit Bojenfeld, mit kleiner Ortschaft Kranje, wählten wir als unser Tagesziel, Distanz ca. 20 sm. Auf der Seekarte waren zwischen der Insel Vrgada und Insel Murtenjak Symbole einer Fischfarm eingezeichnet.

Um 1030 h hieß es Bojenleinen los, Kurs SW in den Zmajanski Kanal. Um 1115 h passierten wir die Südspitze der Insel Tijat, änderten den Kurs auf NW, setzten die Segel. Mit dem leichten Wind aus NO machten wir gemächlich Fahrt durch den kurzen Zmajanski Kanal. Bald passierten wir an Bb die kleine Insel Kaprije, und eine Stunde später öffnete sich die Durchfahrt und vor uns öffnete sich eine weite Wasserfläche, genannt Mutersko More, ca. 5 sm breit, zwischen den Kornaten Archipel und den Inseln O.Murter, O.Vrgada. Hier verstärkte sich der Wind und mit 3 bis 4 kn Fahrt kamen wir gemächlich voran. Wir segelten allein auf weiter See, umgeben von weit entfernt liegenden hellen Inselketten.

Keine Seevögel oder Möven waren in Sicht, weit voraus waren ein Segler und ein kleines Fischerboot in Sicht. Nur das gleichförmige Rauschen durch unsere Fahrt, auch mal ein entgegenkommendes kleines Flugzeug, unterbrachen die Stille der Natur.

Gegen 1700 h kam voraus die kleine Insel Murvenjak in Sicht. Wir bargen die Segel, um unter Motor zu navigieren, da Fischfarmen in der Seekarte verzeichnet waren. Die Insel an Bb zu zu passieren, um unser Ziel, direkt in die südliche Bucht der Insel Vrgada einzulaufen, war durch weit sichtbare gelbe Bojensperren einer Fischfarm nicht möglich.

Wir änderten unseren Kurs, um die Insel auf der gegenüberliegenden Küste an Stb zu passieren, auch hier lagen gelbe Bojensperren vor der Küste der Insel Murvenjak. Leute von der Fischfarm waren hier mit Motorbooten unterwegs. Die Durchfahrt zwischen den beiden Inseln war frei. Mit lansamer Fahrt suchten wir die sichere Einfahrt in die südliche Bucht der Insel Vrgada. Es war eine kleine Bucht mit einem Bojenfeld. Am Eingang der Bucht an Stb die Ortschaft Kranje. Um 1800 h hatten wir unser Boot an einer freien Boje vertäut, auf Pos.43°50,85'N 015°30,7'E, in Gesellschaft anderer Yachten.

Nachdem der erste Durst gelöscht war und sich nach einiger Zeit die Frage nach dem Abendessen stellte, tönte die Antwort: wie immer ist am vorletzten Abend des Segeltörns Resteessen und dazu die letzte Flasche Wein, angesagt.

         
       
         

7. TAG - Freitag, 6. SEPTEMBER

Freitag, 6.September: Von Insel O.Vrgrada, Pos.43°50,85'N 015°30,7'E zurück an Basis Sukosan (Zadar), Marina Dalmacija, Pier 3.

Unser letzter Segeltag lag vor uns. Eine frische Brise zum Abschluß war unsere Hoffnung. Der Himmel zeigte sich bedeckt. Die Windvorhersage mit 10 bis 15 kn (3-4 Bft) aus nordöstlichen Richtungen würde einen flotten Segelwind bedeuten. Nach dem Frühstück, gegen 0930 h, war Leinen los von der Ankerboje. Wegen der Fischfarm, die östlich der Bucht und vor einigen kleinen Inseln angelegt worden war, markierten gelbe Bojen Absperrungen für mehrere Areale der Fischfarm. Mit kleiner Fahrt passierten wir die Insel Vrgada auf der westlichen Seite.

Kurze Zeit später lockerte die Bewölkung auf, ein leichter Wind kam auf und als wir aus der Abdeckung der Insel kamen, frischte der Wind aus östlichen Richtungen auf. Wir setzten die Segel nahmen Kurs auf den Pasmanski Kanal, zwischen der Küste und der Insel O.Pasman. Der Wind nahm weiter zu und unsere Yacht zog hier mit Steuermann Michael auf knapp 8 kn Fahrt an. Bald erreichten wir das Kap Borovnjak, die Südspitze der Insel Pasman an Bb und damit die Einfahrt in den Pasmanski Kanal. Wir kamen unter Landabdeckung der Küste, es wehte eine leichte Brise, die Fahrt nahm stetig ab.

Ein Tiefenalarm wurde nicht ausgelöst und der hätte uns rechtzeitig warnen müssen. Die Tiefeneinstellung für die Auslösung eines akkustischen Alarms ist ein Abstand von Kielunterkante zum Grund, der vom Vercharterer elktronisch eingestellt wird, also mehr als die bekannte Handbreite unterm Kiel. Die Kartentiefe war hier 3,5 m. Die Segel wurden geborgen. Mit voller Motorkraft und Bugstrahlruder versuchten wir freizukommen, was zunächst nicht gelang. Irgend ein Gegenstand, vielleicht ein Stein, mußte unten vor der Kielbombe und Ruderblatt liegen. Dieter, unser neues Mitglied in der Crew hatte zum Glück seine Taucherbrille mit Schnorchel dabei. Er bestätigte unsere Vermutung: Ein Stein lag an dem Spalt Kielbombe und Ruderblatt und stoppte den Motorschub. Mit Krängung durch starkes Schaukeln (eine stärkere Krängung war durch den festgelaschten Großbaum nicht möglich) und mit voller Motorkraft unter Einsatz des Bugstrahlruders kamen wir frei. Wir nahmen den Kurs auf Sukosan entlang der Insel O.Pasman. Da sich die Yacht nach Überprüfung der Radsteuerung ohne Widerstand steuern ließ, setzten wir im Pasmanski Kanal wieder die Segel.

Gegen 1500 h machten wir in der Marina Dalmacija, Pier 3, wieder fest. Auf das Nachtanken habe ich verzichtet, da der Andrang vor der Tankstelle recht groß war.

Ich habe dann umgehend beim Vercharterer Kroki Nautika die Grundberührung gemeldet, sowie den teilweisen Ausfall der Elektronik und GPS reklamiert, denn es wurden keine Koordinaten, weder am Kartenplotter noch an der Funke, ausgegeben und auch kein Tiefenalarm ausgelöst.

Der Taucher stellte leichte Beschädigungen an Vorderkante des Ruderblattes und Schrammen an der Kielbombe fest und machte Photos. Meiner Bitte, mir die Photos zu zeigen wurde umgehend entsprochen. Weitere Untersuchungen am Kiel und Rumpf waren ergebnislos verlaufen.

Damit war der Segeltörn und die Schiffsübergabe abgeschlossen.

Eine Sache war heute noch zu klären. Der Termin für den Rückflug am nächsten Tag mit Condor Flugdienst ab Airport Zadar war am Abend um 2025 h. Somit hatten wir den ganzen Tag Zeit, um uns die Altstadt von Zadar mit der langen Strandpromenade anzuschauen. Ich erkundigte mich bei Kroki Nautika, wo wir unser Gepäck am nächsten Tag verstauen könnten, um uns die Stadt anzusehen. Die erfreuliche Auskunft für uns war, dass es in der Altstadt in Nähe der Strandpromenade ein kleines Haus gab, wo das Gepäck gegen eine Gebühr tagsüber abgelegt werden konnte. Sie könnte uns ein Taxi für 0900 h bestellen, wenn wir das Boot verlassen müßten. Erfreut nahmen wir das Angebot an.

Da es zum Abendessen nehmen noch zu früh war, setzten wir uns in die Plicht und schauten uns entspannt das Einlaufen der Segler mit den Hafenmanövern an begleitet von einem kleinen Vorrat an kühlen Getränken. Unsere Gedanken wurden auch zwischenzeitlich abgelengt durch die Situation bei der Grundberührung.

Der Hunger meldete sich und wir machten uns auf den kurzen Weg in das Marinarestaurant. Viele Seglercrews und Besucher saßen schon unter dem schattenspendenden Zeltdach, denn die Sonne strahlte noch vom blauem Himmel.

Der Wirt erkannte uns noch und wir erhielten wieder unseren Tisch nahe des Ausschanks, was die Wartezeit sehr verkürzte.

An Bord ließen wir die schöne Segelwoche ausklingen.

         
       
         

8. Tag - Samstag, 7. September

Sonnabend 7.September: Freier Tag in Zadar.

Um 0900 h gingen wir von Bord. Das Taxi erwartete uns schon an der Pier. Die Fahrzeit zum Zentrum von Zadar dauerte etwa 15 Minuten (7 km). Der Ausstieg war bei dem Eingangstor in der hohen alten Stadtmauer gegenüber dem Altstadtzentrum. Einige Seglercrews warteten schon vor dem Gebäude. Bald öffnete sich die Tür des kleinen Gebäudes und zwei ältere Frauen nahmen gegen eine Gebühr unser Gepäck entgegen.

Erleichert gingen wir in die Stadt und hielten Ausschau nach einem Café für ein Frühstück. Viele Besucher spazierten durch die breiten Straßen, es war Wochenende bei bestem Sonnenschein. Ein Café war bald gefunden. Nachdem wir uns gestärkt hatten, schlenderten wir durch die Stadt. Die Altstadt ist aus seiner langen Geschichte heraus mit Palästen, Kirchen und Klöstern bebaut. Die hohe Donatuskirche, Kirche des hl. Donatus, aus dem 9. Jahrhundert ist das Wahrzeichen der Stadt Zadar. Das historische Zentrum liegt auf einer von Mauern geschützten Halbinsel.

Ein besonderen Eindruck war die Meeresorgel, sie befindet sich an der südwestlichen Seite der Altstadtküste. Jedes Mal, wenn die Wellen an den Rand dieser von einem Architekten entwickelten zum Meer hin stufenartigen gebauten Promenadenteil schwappen, werden Töne erzeugt, die ähnlich der Orgel klingen.

Andere Sehenswürdigkeiten waren u.a. Straßenkünstler, die mit bunten Papageien auf den Armen die Passanten animierten.

Wir beendeten am Spätnachmittag unsere Stadttour, holten unser Gepäck und gingen zu dem Treffpunkt vor dem Stadttor, wo wir uns mit dem Taxifahrer verabredet hatten. Er brachte uns zum Airport Zadar. Während des Check-in bei Condor wurde uns mitgeteilt, dass sich die Abflugzeit nach Hannover um eine Stunde veschieben würde, also auf 2130 h. Kein Condor-Flieger schwebte zur Landung ein. Eine weitere Verspätung bahnte sich an. Die Lautsprecherdurchsage und später die Abflug-Übersichtstafel informierten über eine weitere Stunde Verspätung, Abflug um 2230 h. Um 2240 h hob der Flieger ab und kurz nach Mitternacht setzte der Flieger in Hannover auf. Unterwegs gab es eine Durchsage vom Piloten, dass unsere vorgesehene Maschine, von Mallorca kommend einen Schaden hatte und ein anderes Ziel anfliegen mußte.

So ist das eben, wenn einer eine Reise tut, dann er muß Geduld und Zeit mitbringen.

         
       
         

Fazit der Segeltage

Die Anreise am späten Nachmittag mit einem Direktflug vom Flughafen Hannover nach Airport Zadar mit Condor Flugdienst verlief störungsfrei, um 1930 h landeten wir auf dem Airport Zadar. Unser vorsorglich beim Vercharterer reservierter Transfer zur Marina Sukosan, 5 km südostlich von Zadar, klappte verläßlich. Durch die Dunkelheit, Ankunft um 2045 h an der sehr schwach beleuchteten Pier 3, konnten wir unsere Segelyacht Sun Odyssey 389, Name: Mala Katarina, zunächst auf Anhieb nicht finden. Vielleicht war sie velegt. Nach telefon. Rückfrage beim Vercharterer fanden wir die Yacht an Pier 3. Der Name war unauffällig in goldbronzefarben, achtern seitlich, senkrecht, aufgebracht. Das ist sehr ungewöhnlich für eine Charteryacht, sonst üblich in waagerechter schwarzer Schrift an der Heckklappe.

Sehr vorteilhaft für die Marina war das nahegelegene große überdachte Restaurant auf dem Marinagelände, für uns auf kurzem Weg erreichbar.

Am Sonntagmorgen, bei der ersten Besichtigung unserer Charteryacht fielen mir einige segeltechnischen Details an der Segelyacht auf: der Großbaum war festgelascht, so war er nicht als Trimminstrument für die Großschot zu gebrauchen, das Vorsegel war eine große Genua 1 resp. 2 mit großer Überlappung, die sich oft bei der Wende mit der Genuaschot am Beiboot oder Mast verheddern würde.

Der GPS-Kartenplotter von Raymarine war mit kleinem Display ausgestattet, die Seekarte war für den Steuermann von der Seite her, da zwischen 2 Steuerräder angebracht, bei Sonnenlicht nicht klar zu erkennen. Es war auch kein Barometer angebracht, um sich auf plötzlich aufkommende Wetterveränderungen vorzubereiten. Kein Loggeber war für ein Sumlog installiert, um bei GPS-Ausfall die Geschwindigkeit durchs Wasser zu messen.

Der Check-in erfolgte im Schnelldurchgang und beschränkte sich auf die elektrische Ausrüstung und Pumpen. Die Pantry war komplett bestückt. Für das Rollgroß wurden uns Hinweise für das störungsfreie Aus-/ Einreffen gegeben, auf die Frage weshalb der Großbaum festgelascht war, bekamen wir keine plausible Erklärung.

Die Tage vorher über Internet bestellten Lebensmittel trafen rechtzeitig am Vormittag ein. Es gab genügend Stauraum für Proviant sowie in jeder Kabine.

Nicht akzeptabel war der Teil-Ausfall der Elektronik unterwegs, der zur Grundberührung führte. Eine rechtzeitige Warnung vor der Untiefe durch einen akustischen Alarm des Tiefenalarms wurde nicht ausgelöst. Auch die Funke meldete unterwegs eine Störung durch akustische Töne, es wurde keine GPS-Position ausgegeben.

Ein besonderes Erlebnis war die schmale Durchfahrt Mala Proversa, zwischen der Südspitze der Insel Dugi Otok und der Insel Kornat, um das Kornaten-Archipel zu erkunden.

Überrascht hat uns die Fahrtunterbrechung durch eine Sturmwarnung am Dienstagmorgen und traf uns in der Kornaten-Marina Piskera kurz vor dem Ablegen, wir wurden eingeweht. Das kostete uns einen Tag, den wir für einen den Besuch zu den Krka-Wasserfällen mit der Fahrt durch den Sibenik Kanal eingeplant hatten.

Die Fahrt entlang des Kornatenarchipels bis Insel O.Prvic war sehr eindrucksvoll. Dieses Revier bietet durch die vielen Inseln viel Raum und einzigartige Ausblicke für Segler. Im besonderen ist Dalmatien geprägt durch eine zerklüftete und verkarstete Küstenlandschaft mit über 900 Inseln, deren Buchten zum Ankerstop animieren.

Wind und Wetter haben uns nicht enttäuscht. Über die gesammte Segelzeit hatten wir es mit Leichtwindverhältnissen zu tun, wenn er auch der Wind zwischendurch mal stärker aufbriste. Zum Spätnachmittag schwächte der Wind meistens ab. Die stürmisch-böige Bora aus NO, Spezialität der östlichen Adriaküste haben wir nicht erlebt, auch keine Flaute.

Die Segelyacht machte bei den leichten Winden eine Fahrt zwischen 3-5 kn, nahm bei aufkommender stärkerer Brise sofort schnell Fahrt auf. Unterwegs hatten wir wenig Motorfahrt.

Die meisten Ankerbuchten mit Bojenfelder waren immer gut belegt, die Gebühren moderat, jedoch eher zu hoch. Die Liegegebühr in der Marina Piskera war sehr hoch.

Die Lufttemperaturen lagen an Land über 30°C, die Wassertemperaturen um die 25-27°C.

Die Wegstrecke über Grund betrug ca. 106 sm.

Für die kommende Segelfreizeit in 2020 haben wir uns auf das Segelrevier an der Ostküste von Mallorca bis Menorca festgelegt.

Für den nächsten Segeltörn wünschen wir uns wieder eine abwechselungsreiche Fahrt bei ruhigem Wasser und frischem Wind und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel.

Hermann Goss, Skipper

         
       
         

Küste Nord-Dalmatien

Ugljan

Die Insel Ugljan ist mit 51 Quadratkilometern zwar nicht sehr groß, doch zählt sie zu den am dichtesten besiedelten der dalmatinischen Inselwelt. In den eng aneinandergereihten Dörfern, die allesamt auf der Festlandseite liegen, leben etwa 7.500 Menschen. Schon in der Jungsteinzeit siedelten hier Menschen und der Name Ugljan tauchte erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1325 auf. Illyrer bewohnten die Insel, später dann Römer, und während der Türkenkriege versorgte das fruchtbare Ugljan die vom Hinterland abgeschnittenen Bewohner von Zadar mit seinen Feldfrüchten. Um dem Schiffsverkehr eine Durchfahrt zwischen den benachbarten Inseln Ugljan und Pasman zu ermöglichen, wurde Ende des 19. Jahrhunderts ein Kanal gegraben und seit 1973 verbindet eine Brücke die beiden Inseln.

Pasman

Mit ca. 21 km Länge, einer Breite von bis zu 4,1 km und ca. 60 km² Fläche erstreckt sie sich von Nordwesten nach Südosten parallel zur dalmatinischen Küste, von der sie durch den etwa 4 km breiten „Pašmanski kanal“ getrennt ist. Der höchste Punkt der Insel ist der 272 m hohe Berg Veliki Bokolj. Die Insel besteht aus Kreidekalk und Dolomitgestein.

Haupterwerbsgrundlage für die etwa 3500 Bewohner stellen Landwirtschaft, Tourismus und Fischfang dar. Sie leben überwiegend auf der dem Festland zugewandten, flachen, nordöstlichen Küste der Insel. Hier prägt das Grün von Olivenhainen, Gärten und Weingärten die Landschaft. Die steile und zerklüftete, unbewohnte Südwestküste der Insel wird von zahlreichen Buchten gegliedert und ist vielfach nur mit Macchie bewachsen.

Die Insel ist seit illyrischer und römischer Zeit besiedelt. Ab 1050 gehörte die Insel zum Bistum von  Biograd, ab 1126 zum Erzbistum Zadar. Während der Einfälle von Türken und Venezianern diente sie als Fluchtort für die umliegenden Küstenbewohner. Sie wurde nicht erobert. In der kleinen Ortschaft  Kraj gibt es noch ein Franziskaner-Kloster aus dem 14. Jahrhundert mit einem kleinen Museum. Und in der Nähe von Tkon befindet sich auf dem Berg Ćokovac ein kleines Benediktiner-Kloster aus der gleichen Zeit.

Dugi Otok

Dugi Otok (kroatisch für „Lange Insel“, ital.: Isola Lunga) ist eine Insel vor der kroatischen Küste in der Adria. Sie liegt vor der Küste Dalmatiens, mit der Fähre etwa 1,5 Stunden von Zadar entfernt.

Die Insel trägt ihren Namen auf Grund ihrer geographischen Gestalt mit einer Länge von etwa 43 km bei einer Breite von nur rund 5 km. Die höchste Erhebung der Insel liegt bei 300 m über NN. Dugi Otok hat rund 1800 Einwohner.

Während die Westküste weitgehend aus unzugänglicher Steilküste besteht, liegen fast alle bewohnten Ortschaften auf der Ostseite der Insel, die dem Festland zugewandt ist. 

Sali ist mit etwa 900 Einwohnern der größte Ort der Insel und inoffizielle „Inselhauptstadt“.

Weitere größere Siedlungen sind Božava, Brbinj, Luka, Zaglav u. Žman.

Im Südosten der Insel befindet sich der Naturpark Telašćica. Unmittelbar südöstlich davon grenzt der Nationalpark Komaten an.

Dugi Otok besitzt keine Süßwasserquellen. Deshalb kommen wöchentliche Wassertransporte mit dem Schiff.

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