Kroatien 2016

TÖRN MITTELDALMATIEN - TROGIR

Das Team

Zu dieser Segelfreizeit war ein Segelkamerad leider nicht an Bord.
Dienstliche Gründe zwangen ihn, die Teilnahme für dieses Jahr, abzusagen.
Im nächsten Jahr wird die Crew dann wieder vollzählig an Bord gehen.

Mitteldalmatien

Bericht Segeltörn 2016 Kroatien, Mitteldalmatien
Basis: ACI-Marina Trogir
Vom 18. bis 25.Juni 2016

Für unsere diesjährige Segelfreizeit waren drei Segelreviere im Gespräch: die südliche Küste von Sardinien, in der Ägäis vor der türkischen Küste ab Izmir und vor der kroatischen Küste zu segeln.

Die Flugverbindung nach Cagliari im Süden von Sardinien war mit mehrmaligem Umsteigen verbunden.

Die türkische Küste war und ist auch derzeit durch die Flüchtlingsbewegungen von der türkischen Westküste aus zu den griechische Inseln für uns mit unserer Segelyacht mit Risiken verbunden.

Die Wahl fiel dann auf den mittleren Teil kroatische Küste, das Revier vor Mitteldalmatien. Als Basis wählten wir die alte historische Stadt Trogir. Mit dem Flieger ab Hannover an Airport Split war die Marina Trogir in ca. 20 Minuten mit dem Taxi zu erreichen.

Das Revier vor Trogir war uns nicht unbekannt, denn im Jahr 2002 hatten wir die Inselwelt vor der dalmatinischen Küste kennen und schätzen gelernt. Aus seinen vielen der Küste vorgelagerten Inseln, gab es noch Inseln, die mit ihren Sehenswürdigkeiten unser Interesse geweckt hatten und wir anzusteuern wollten. Da ist die Insel Otok Bisevo mit der blauen Grotte, südlich der Insel Otok Vis gelegen, die Insel Otok Lastovo, südlich der Insel Otok Korcula gelegen, mit den umliegenden Inselchen, die den Status Naturpark erhalten hatte. Es gibt eine große Auswahl von malerischen Buchten, die je nach Wetterlagen auch Schutz geben konnten, in denen wir vor Anker gehen konnten.

Der mittlere Teil der adriatischen Ostküste, genannt Dalmatien, hat seinen Namen nach dem Volk der Dalmater, die schon sehr früh die Ostküste besiedelten. Sie gehörten zum Volk der Illyrer, das im vorchristlichen Jahrhundert von den Römern unterworfen wurde. Grabungen auf dem Grund des Flusses Cetina brachten Funde aus der Vorgeschichte zu Tage. Der Ort Solin am Fluss Cetina, an der Bucht nördlich von Split gelegen, wurde erstmals als dalmatischer Hafen erwähnt. Später siedelten sich dort Griechen und Römer an. Der Ort Solin wurde zur bedeutenden Stadt der römischen Provinz Dalmatien, bzw. Illyricum (entnommen aus Unterlagen der kroatischen Tourismuszentrale).

Unser Ziel ist die Marina Trogir, sie liegt an der Nordseite der Insel Otok Ciovo. Gegenüber liegt die Altstadt Trogir, getrennt durch den Trogirski Kanal, die von der Marina leicht über eine Brücke erreicht werden kann.

Der historische Kern dieser schönen Altstadt Trogir mit seinen dichtgedrängten Gebäuden, Palästen, Kirchen und seinen steinernen engen Gassen liegt auf einer kleinen Insel. Es bezeichnet sich auch als Museumsstadt und ist in das UNESCO-Register als Weltkulturerbe aufgenommen worden. Es ist ein vielbesuchtes und beliebtes Ziel von Urlaubern und Skippern, die mit ihren großen Segel-und Motoryachten, sowie auch die großen Ausflugsschiffe, an der langen und breiten Promenade der Altstadt festmachen können. Auf der gegenüberliegenden Seite, Nordseite der Insel Otok Ciovo liegt die Marina Trogir mit den Stegen der Vercharterer.

Unser Ziel war die Charterbasis von Pitter Yachtcharter in der ACI-Marina Trogir, wo wir unsere Charteryacht, eine Bavaria 41Cruiser, für eine Woche übernehmen wollten.

Sonnabend

Sonnabend, 18.Juni, pünktlich um 11.40 Uhr hob der Eurowings-Airbus vom Flughafen Hannover mit 5 Segelkameraden an Bord ab und landete pünktlich um 13.30 Uhr an Split-Airport. Das vorbestellte Taxi erwartete uns bereits am Ausgang. Eine hochsommerliche Temperatur von ca. 30 C erwartete uns am Ausgang auf dem Weg zum Taxistand. Ein gute Aussicht, dass wir eine schöne Segelwoche bei sommerlichen Temperaturen, schon Mitte Juni, erwarten konnten. Wie es sich zeigte, sollten wir auch nicht enttäuscht werden.

Nach 20 Minuten Fahrzeit entlang der Küste, über eine Brücke durch die stark befahrene Altstadt Stadt Trogir und über eine weitere Brücke erreichten wir bald darauf die ACI-Marina Trogir. Brütende schweißtreibende Mittagshitze empfing uns. Obwohl am Hafen, ließ das Wetter kein Zweifel aufkommen, dass hier schon Hochsommer herrschte.
Das Büro unseres Vercharterers Pitter Yachtcharter, lag an einem schattigen Innenhof, der durch U-förmiges Gebäude gebildet wurde. Gegenüber auch ein Restaurant, deren Tische von Seglern schon gut besetzt waren.

Unsere Anmeldung im klimatisierten Büro von Pitter Yachtcharter wurden von zwei netten jungen Damen entgegengenommen, die aber nur den Skipper im Büro sehen wollten. Auf meine Einlassung hin, dass unsere Bank, bzw. unser Zahlmeister dabei sein müsste, willigten sie dann ein. Die Formalitäten waren schnell erledigt und Extrazahlung getätigt. Mit der anschließend für uns wichtige Frage nach der Bootsübernahme wurde wir überrascht. Die nette junge Dame übergab mir die Bootsdokumente und sagte, sie können jetzt an Bord gehen und bald würde jemand kommen und mit Check-in beginnen. Die Valentina III liegt an Steg B . So eine Bootsübernahme ohne Wartezeit hatten wir ja noch nicht erlebt. Welch ein Zufall, aber diesmal gut für uns. Die Bootsübernahme war eigentlich erst für 17.00 Uhr vorgesehen.

Die Valentina III hatten wir bald ausgemacht. Es war niemand an Bord. Wir verstauten unsere Segeltaschen und verschafften uns zunächst einen Überblick über den äußeren Zustand der Bavaria 41 Cruiser. Es war eine Segelyacht mit einer Länge über alles von 12,35 m, eine Breite von 3,96 m und Tiefgang mit 2,09 m. Baujahr 2014., der Motor mit 40 kW/55 PS, 2 Steuerstände mit GPS-Kartenplotter, dazu eine Besonderheit für diese Bootsgröße: ein Bugstrahlruder, das uns das Manövrieren bei Hafenmanöver stark erleichtern würde. Das Boot war mit einem Rollgroß und einer Rollgenua ausgestattet. Für die Sicherheit der Crew lagen Automatikwesten und lifebelts bereit. Insgesamt machte das Boot auf uns einen sehr zufriedenstellenden und akzeptablen Eindruck.

Jetzt, nachdem wir unser Boot inspiziert hatten, meldeten sich Durst und Hunger. Der kleine Imbiss mit Getränk im Flieger hielt auch nicht lange vor. Wir gingen zum Restaurant zurück und zu einem freien Tisch in dem schattigen Innenhof. Die erste Runde Bier, gut gekühlt, löschte unseren großen innerlichen Brand. Die zweite Runde war für den Geschmack.
Mittlerweile herrschte ein großes geschäftiges Treiben auf der Kaianlage und den Stegen, denn laufend trafen neue Crews ein und gingen zur Anmeldung. Andere fuhren ihren Proviant mit kleinen Wagen zum Steg zu ihren Booten.

Jetzt war es auch für uns an der Zeit Proviant einzukaufen und sich auf den Check-in vorzubereiten. Wir hatten bei diesem Segeltörn keine Proviantliste an den Vercharterer schicken müssen, da nach Rückfrage ein kleinerer Supermarkt in der Nähe sein sollte. Wir teilten uns auf, einige gingen zum Einkaufen, der Skipper und sein Co warteten auf den Check-in Mariner.

Bald darauf kam der zuständige Mariner von Pitter Yachtcharter für den Check-in des Bootes. Wir gingen sofort die Einzelheiten per Liste für die technische Ausrüstung auf Vollständigkeit durch und wurden in der Bord und Sicherheitstechnik des Bootes eingewiesen. Der vorhandene Navi-Kartensatz wurde gegen einen aktuellen Kartensatz ausgetauscht. Das Rigg und die Segel wurden überprüft, ebenso das Beiboot und der Außenborder wurde gestartet. Es wurde professionell und zügig durchgeführt und am frühen Abend war der Check-in abgeschlossen.

Eine kleine Annehmlichkeit für unsere Proviant-Einkäufer möchte ich noch erwähnen: da der kleine Supermarkt in der Marina eine zu kleine Auswahl anbieten konnte, wurde mithilfe des Charterbüros ein Taxi bestellt. Damit fuhr die Crew zu einem größeren Supermarkt. Der Taxifahrer war dann sogar bei der Auswahl der Lebensmittel und Getränke mit seinen Kenntnissen in der Landessprache direkt behilflich, was uns für unsere Freizeit danach sehr zugute kam.

Nachdem wir den Proviant verstaut hatten, machten wir uns auf den kurzen Weg über die Brücke zu einem Stadtbummel in der Altstadt von Trogir, deren Gebäude zum großen Teil im 12. und 13.Jahrhundert entstand und unter venezianischer Herrschaft erhalten blieben (entnommen aus Unterlagen der kroatischen Tourismuszentrale). Wir gingen durch die engen steinernen Gassen der dicht gedrängten Häuser, deren viele kleine Geschäftsauslagen und Boutiquen zum Kaufen lockten. Viele Besucher bevölkerten die Gassen oder belegten Plätze vor den Restaurants an den Gassen. Den Abschluss machten wir auf der breiten Hafenpromenade, an der Luxusyachten und Ausflugsschiffe lagen. Hinter der schönen Promenade lag ein parkartiges Gelände mit hohen Palmen, auf dem sich viele Leute bei sommerlicher Temperatur und bei Hintergrundmusik Musik gut gehen ließen. Wir fanden auch bald ein gemütliches Restaurant in der Stadt, Bei leckeren Speisen und offenen Wein aus der Region genossen wir unseren ersten Abend. Später an Bord wurde über unseren ersten Segeltag gesprochen und bei einem Glas Wein ging der Abend zu Ende.

Sonntag

Sonntag, 19.Juni: von ACI Marina Trogir nach Otok Solta (Insel Solta), Südküste, Ankerbucht Pos. 43 22,3'N 016 17,3'E, Distanz ca. 25 sm.

Der nächste Morgen zeigte sich mit einem bedeckten Himmel und angenehmer sommerlicher Temperatur.

Nach einem ausgiebigem Frühstück einigten wir uns, zunächst nicht unser geplantes entferntes Ziel, die Insel Otok Bisevo, südwestlich der Insel Otok Vis anzusteuern, sondern eine Ankerbucht nicht weit entfernt zu suchen. Mit der kürzeren Etappe am ersten Tag wollten wir unsere Seebeine wieder an die unruhige Fahrt vertraut machen und die Eigenschaften der Segelyacht kennenlernen. An der Südküste der Insel Otok Solta gab es einige größere und kleinere Buchten. Unsere Wahl fiel auf die breitere Bucht Uvala Tatinja, Pos. 43 22,3'N 016 17,3'E, südlich der Ortschaft Grohote. Kurze und steil abfallende Hänge umsäumten die vielen Buchten der Südküste. Sollte eine plötzliche Bora aus NO mit hohem Tempo über die freie See (den Splitski Kanal) ziehen, dann würden wir eine unruhige Nacht erleben. Nach der Wettervorhersage war es nicht zu erwarten.

Um 0930 Uhr hieß es Leinen los und wir liefen mit kleiner Fahrt aus dem Hafen. An Stb die lange Kaimauer der Stadt, an der größere Schiffe lagen, dazwischen als Farbklecks ein kleines knallrotes Tauchboot für mutige Besucher, die die Unterwasserwelt in der Bucht von Trogir beobachten könnten. An Bb lagen die Industrieanlagen für Schiffsreparaturen. Bald erreichten wir die Durchfahrt Trogirski Zaliv und weiter durch den Drvenicki Kanal, passierten nördlich die kleinen Inseln Otok Drvenik Veli und Otok Drvenik Mali.

Im Kanal ermunterte uns eine kleine Brise die Segel zu setzen, um die Segeleigenschaften des Bootes bei Schwachwind auszuprobieren. Nach kurzer Zeit nahm uns die Landabdeckung den leichten Wind und weiter ging es unter Motor. Bald passierten wir nördlich die kleinere Insel Otok Drvenik Mali und erreichten die offene See. Der Kurs wurde auf SO abgesetzt, volles Tuch wurde gesetzt (ca.82 m ) und mit mäßiger Brise aus Süd nahmen wir Fahrt auf. Wir segelten mit kleiner Fahrt entlang der unterbrochenen Küstenlinie, gebildet durch nördlich liegende kleinen Inseln, so erreichten wir bald die Küste der buchtenreichen Insel Otok Solta.

Gegen 1515 Uhr liefen wir in die Bucht Uvala Tatinja ein. Einige Segler lagen schon tief in der Bucht vor Anker und wir fanden auch noch einen Ankerplatz und fuhren auf 10 m Tiefe den Anker ein. Jeder suchte sich in der Plicht einen schattigen Platz unter dem Sonnenschutz, denn in der fast windstillen Bucht spürten wir die hohe Lufttemperatur von über 30 C. Bei einem kühlen Bier schauten wir uns die Umgebung an. Die nicht steilen Berghänge, dicht bewachsen mit dem immergrünen Macchia-Buschwald des Mittelmeers, umsäumten die geteilte tiefe Bucht. Der Bergrücken der langgestreckten Insel mit einer Höhe von ca. 200 m konnte uns guten Schutz bieten vor den starken Winden aus dem Norden, so schien es.

Langsam machte sich in der Seeluft auch der Hunger bemerkbar. Unter den Vorgaben des Hobbykochs machte sich die Crew an die Vorbereitungsarbeit für das Abendessen. Die Tomaten wurden gewaschen und zerkleinert für eine leckere Tomatensoße, dazu scharfe Gewürze und andere Zutaten, die Spaghettis waren auch bald gekocht. Dazu gab es regionales angeröstetes helles Brot.

Es war ein leckeres Abendessen, das mit einigen Gläsern Rotwein abgelöscht wurde. Unser Boot hatte den Komfort einer elektrisch installierten Tischlampe auf den Tisch in der Plicht, die durch die Abdeckung mit einer farbigen Kunststoffschüssel eine angenehmes Licht verbreitete. Es wurde ein langer Abend bei warmer Nachttemperatur, auf einigen Yachten der Nachbarn, die vor Anker lagen, saß man auch noch zusammen. Unsere Gesprächsrunde nach dem ersten Seetag wurde mittlerweile ruhiger und kleiner.

Da es in der Bucht bis Mitternacht ruhig blieb, das Boot leicht schwoijte (schwenkte), die Peilung einigermaßen stand, verzichteten wir auf eine Ankerwache. Die Nachtruhe wurde jedoch durch das starke schwojen des Bootes gestört. Das Boot drehte um seinen Anker frei von den anderen Booten, hin und wieder ging ein Rucken durch das Boot, der Anker rutschte leicht durch und ruckte dann wieder ein. Etwas Wind war aufgekommen. Einige Male ruckte es noch kurz, dann wurde ruhig. Die Ursachen waren entweder die Strömungen in der Bucht durch den Schwell von See oder es waren Fallböen von den Nordhängen der Insel durch thermische Fallwinde erzeugt , die alle Boote zum schwojen brachten. Ein Teil der Besatzung hielten noch Wache und gegen frühen Morgen lagen die Boote dann ruhig.

Montag

Montag, 20.Juni: Die Blaue Grotte der Insel Otok Bisevo, Pos. 42 59'N 16 01,5'E.
Nach der unruhigen Nacht machte uns ein starker Kaffee wieder munter und nach einem kräftigen Frühstück lichteten wir den Anker. Mit einem langen Schlag wollten wir die 27 sm entfernte Insel Otok Bisevo unter Segel am frühen Nachmittag erreichen.

Die Insel Otok Bisevo hat eine besondere Sehenswürdigkeit zu bieten, die Blaue Grotte (Modra Spilja). Die knapp 6 km große Insel Bisevo liegt etwa 5 sm südwestlich der Insel Otok Vis entfernt. Das Eiland ist mit wilder Macchia überwuchert und andere Naturpflanzen, wie Lavendel, Rosmarin und Wacholder verbreiten dort einen angenehmen Duft, auch kleine Flächen mit Wein werden bewirtschaftet (im kroatischen Reiseführer beschrieben). Das besondere ist aber die Blaue Grotte an der Ostseite der Insel, ein natürliches Phänomen und im Sommer ein beliebtes Touristenziel. Die Grotte ist das Ergebnis der permanenten Einwirkung der Meeresbewegung auf den Kalkstein der Insel. Der einzige Zugang ist nur mit dem Boot von der Bucht Uvala Balun zu erreichen. Die Blaue Grotte wurde 1884 für Besucher zugänglich gemacht. Sie wird auch gerne mit der italienischen Blauen Grotte auf der Insel Capri verglichen.

Nach kroatischem Reiseführer ist der Besuch in der frühen Mittagszeit und bei ruhiger See zu empfehlen. Durch die Brechung und Reflexion der Sonnenstrahlen im Wasser und am Boden der Grotte sind es Lichteffekte, die alles in der Grotte in schönen Silber- und Blautönen erscheinen lassen. Dieses Phänomen wollten wir uns mit einer Einfahrt in die Grotte nicht entgehen lassen.

Wir setzten den Kurs mit 214 auf die Westküste Insel Otok Vis ab und mit halbem Wind kamen wir schnell in Fahrt. Gegen Mittag nach einem Drittel der Wegstrecke flaute der leichte Wind ab und um die Ostküste der Insel Bisevo nicht zu spät zu erreichen, entschieden wir uns mit Motor weiterzufahren. Bald passierten wir die kleine Insel Otok Barjak mit dem weißen Leuchtturmhaus an der westlichen Landzunge der Insel Vis. Mit Kurskorrektur nach SSO kam auch bald die Nordostküste von Bisevo in Sicht. Wir passierten an der Ostküste die kleine Ortschaft Mezuporat mit kleinem Hafen und gleich hinter der Landspitze liefen wir gegen 15.00 Uhr in die Bucht Uvala Balun ein.

Langsam fuhren wir tiefer in die Bucht ein, die durch steil abfallende Felswände aus Karstgestein gebildet wurde. Wir entdeckten dann eine Verengung mit einer dunklen runden Öffnung, ca.1,5 m hoch, davor in einigen Metern Höhe ein gespanntes Seil. Das könnte der Eingang in die Blaue Grotte (Modra Spilja) sein. Niemand war zu sehen, wie konnten wir die Grotte besichtigen. Bald kam in flotter Fahrt ein kleines flaches Motorboot mit etwa 10 Personen aus nördlicher Richtung um die Landspitze und steuerte auf die Öffnung zu und verschwand. Es musste vor der Landspitze im Hafen von Mezuporat ein Kai für größere Touristenboote für Besucher vom Festland/Inseln vorhanden sein, die dann in kleine flache Motorboote umstiegen. Sollten wir zurück nach Mezuporat fahren, um im Hafen einen Platz zu finden, war fraglich. Also blieben wir in Warteposition, um die Motorbootfahrer auf uns aufmerksam zu machen. Bald kam auch ein Boot auf uns zu. Wir riefen ihm die Frage nach einem Besuch der Blauen Grotte zu, wie er so sich gab, schien er ein Koordinator für die Besucherboote zu sein. Er rief uns zu, er würde uns abholen, wenn die Besuchergruppe im Hafen die Grotte besichtigt hätten. Dann raste er um die Landspitze davon. Bald darauf bekamen wir Gesellschaft durch eine Segelyacht, die auch in Warteposition ging. Aufgrund der großen Wassertiefe war kein Ankern möglich, so musste unter Motor die Warteposition gehalten werden. Es war windstill in der Bucht.

Es folgten noch einige Besucherboote und nach ca. 20 Minuten steuerte ein leeres flaches Motorboot auf unser Heck zu und bis auf unseren Wachgänger Michael, der auf unserem Boot zurückblieb, stiegen wir über die Badeplattform auf das Boot über, weitere 4 Personen von der anderen Segelyacht wurden auch noch übernommen. Nachdem jeder eine Gebühr von 50 Kuna (ca.7 Euro) übergeben hatte, fuhren wir auf die dunkle Öffnung zu. Kurz davor gab der junge Bootsführer ein Handzeichen, dass wir uns ganz tief ducken sollten. Das war auch nötig, denn die Einfahrt war sehr niedrig. Wir fuhren in die Dunkelheit, kurz darauf sahen wir vor uns einen tiefblauen Schimmer im Wasser. Das Boot fuhr vorsichtig weiter und drehte die Breitseite zur Wasserfläche, um allen den Blick auf das Wasser zu ermöglichen.

Das Sonnenlicht schien vor uns durch einen anderen unter der Wasseroberfläche liegenden Felsendurchbruch einzudringen.
Jetzt sahen wir deutlich die schöne blaue Blautönung des Wasser, das Blauspektrum von silbrig-hellblau in den oberen Wasserschichten bis übergangslos zum dunkelblau in der Tiefe des Wassers.. Es war ein beeindruckend schönes Farbenspiel. Da sich die Lichtreflexion jetzt am Nachmittag doch abgeschwächt hatte, konnte man die Umrisse und das Farbenspiel an den Felswänden der Grotte nicht mehr sehen. Nach dem Hafenführer von Karl-H. Beständig sind die Abmessungen der Grotte 35 m lang, 17 m breit und 6 m hoch.
Nach ca.15 Min. Aufenthalt in der kühlen Grotte und mit einigen gemachten Fotos zur Erinnerung drehte das Boot zur Ausfahrt und tief geduckt fuhren wir auf helle Öffnung zu und wurden vom hellen Nachmittagslicht empfangen. Es war ein beeindruckendes Erlebnis.

Aufgrund der Wassertiefen in der Bucht war hier Ankern über Nacht nicht möglich. Nicht weit entfernt,an der Südküste der Insel Otok Vis waren auf der Seekarte einige Buchten zum Ankern ausgewiesen. Mit Kurs von 70 steuerten wir auf die etwa 6 sm entfernte Küste zu. Um 17.00 Uhr hieß es Anker fallen in der Bucht Uvala Smricevica, Pos. 43 01,1'N 016 09,7'E.

Jetzt war nach dem ersten langen Seetag Entspannung angesagt und bei kühlem Bier genossen wir die Abendstimmung. Der Ankerplatz schien sicher zu sein, denn die Ankerpeilung stand. Um in der Nacht vor aufkommenden Winden sicher zu liegen, beschlossen wir Ankerwache zu gehen.

Jetzt wurde es auch Zeit mit der Vorbereitung für ein warmes Nachtessen. In geselliger Runde genossen wir später die Abenddämmerung bei warmem Tischlicht in der Plicht und einem Roten bis zum Beginn der ersten Ankerwache um Mitternacht.

Dienstag

Dienstag, 21.Juni: Von Insel Otok Vis, Bucht Uvala Smricevica, an Insel Otok Lastovo, Ubli, Hotelanlegeplatz
Wir verbrachten eine ruhige Nacht ohne besondere Vorkommnisse. Schlafunterbrechungen gab es nur durch die Wachgänger bei den stündlichen Ablösungen.

Heute lag ein langer Seetag vor uns, denn mit südöstlichem Kurs war unser Ziel die Insel Otok Lastovo.
Die Insel Lastovo, wie auch die Insel Vis, sind die am weitesten von der Küste entfernt liegenden Eilande in der Adria. Die 47 km große Insel Lastovo, sowie auch die Insel Vis, gehörten bis 1989 zum militärischen Sperrgebiet.
Heute hat die Insel mit den umliegenden kleinen Inseln und Klippen, sowie die kleine, ca.13 sm entfernt westlich von Lastovo, liegende Insel Otok Susac seit Oktober 2006 den Status eines Naturparks erhalten. Beim Besuch der Insel wird eine Gebühr verlangt.

Der SMS-Kurzwetterbericht meldete 4-5 Windstärken aus westlichen Richtungen, sodass wir den langen Schlag von ca. 37 sm zum großen Teil absegeln könnten. Früh am Morgen nahmen wir unser Frühstück ein und gegen 0900 Uhr lichteten wir den Anker und fuhren aus der Bucht. Heute Abend wollten wir nicht in einer Bucht vor Anker gehen, denn unser Proviant wurde knapp. An der Südwestküste der Insel Lastovo in einer tief eingeschnittenen Bucht gab es einen Hafen namens Ubli, dort sollten wir Proviant einkaufen können. Draußen vor der Inselküste erwartete uns eine leichte Brise. Der Kurs 125 wurde abgesetzt, die Segel gesetzt und langsam kamen wir mit achterlichen Winden voran. Nachdem wir frei von der Küste waren, drehte der leichte Wind jetzt auf SW und wurde stärker. Wolkenbedeckung zog auf und gegen 1100 Uhr schob sich eine helle Wolkendecke vor dem hellen Blau des Himmels. Die Windstärke aus SW nahm auf 3-4 zu. Um auf unserem südöstlichen Kurs mit bestem Wind zu segeln und Halsen zu vermeiden, fielen wir weiter nach SO ab und kamen in die Nähe der Westküste der Insel Otok Susac. Jetzt mussten wir mit einer Halse den Kurs auf Ost, auf die Insel Lastovo, ändern.

Nach 8 sm änderten wir den Kurs auf SO und passierten die kleine Insel Otok Kopiste südwestlich am Kap Rt Kaleb. Eine Stunde später standen wir vor der Einfahrt zur Bucht von Ubli, die von der kleinen Insel Otok Bratin verdeckt wurde. Wir passierten die Insel an Bb und vor uns öffnete sich die große Bucht Velji Lago. An Stb sichteten wir das Hafenstädtchen Ubli an einer kleinen tiefen Bucht, in der viele kleine Boote vor Anker lagen und einem kleinen Kai, der schon belegt war, vermutlich eine Fähre. Da war kein Platz für uns und so fuhren wir weiter in die Bucht. Nach unserem Hafen & Buchten-Atlas gab es Muringplätze für einen kurzzeitigen Aufenthalt vor einem Hotel. Alle Plätze schienen schon belegt zu sein, doch dann wurde uns vom Kai ein Handzeichen gegeben zum Ende des Kais zu fahren, da war noch ein freier Platz. Wir waren schon erleichtert, denn einen weiteren Hafen auf der Insel gab es nicht. Um 1730 Uhr lagen wir fest an der Muringleine direkt vor dem Hotel Solitudo.

Nach Auskunft an der Hotelrezeption konnten wir hier über Nacht bleiben, den Wassertank nachfüllen, bekamen Strom und konnten Duschen. Für Einkäufe würde uns ein Taxi zum Supermarkt nach dem Ort Prezba bringen, der nördlich lag. Das Taxi wurde umgehend bestellt, da wir auf die Schließung des Supermarktes hingewiesen wurden und auch noch andere Crews auf das Taxi warteten.

Wir lagen hier windgeschützt und es war schweißtreibend warm. Nach einer kurzen Verweilzeit bei einem kühlen Schluck Bier, stand auch schon der rotbraune VW-Lieferwagen auf dem Kai. Zwei Crewmitglieder mit guter Übersicht über die Vorräte stiegen in den Lieferwagen und nach ca. dreiviertel Stunde wurde das Taxi entladen und der Proviant verstaut.

Bis zum Abendessen war noch Zeit für einen kurzen Landgang. Wir machten uns frisch und machten uns landfein für das Abendessen später auf der Hotelterrasse. Ein kleiner Spaziergang am etwa 5 m breiten und 250 m langen Kanal, der die südliche Bucht Velji Lago mit der nördlich gelegenen Bucht Mali Lago verbindet, genügte uns für eine kleine Übersicht der Umgebung.

Inzwischen war es an der Zeit, sich einen Tisch zum Abendessen auf der überdachten Hotelterrasse zu sichern. Wir hatten Glück und bekamen einen freien Tisch in guter Sicht auf einen großen Fernseher, vielleicht gab es heute Abend ein besonderes Programm. Da kamen auch bald andere fröhliche Gäste, Erwachsene und Kinder, alle mit T-Shirts und Mützen in den kroatischen Nationalfarben und Symbole, auch eine Fahne war dabei, das konnte nur irgend etwas mit Sport zu tun haben. Dann wurde der Fernseher eingeschaltet. Es gab ein Fußballspiel, die Mannschaften von Kroatien und Spanien wurden vorgestellt. Jetzt war es klar, es liefen ja die Gruppenspiele zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien.

Die kroatische Mannschaft spielte großartig auf und gewann ganz überraschend gegen Spanien. Bei jedem kroatischem Tor wurde es frenetisch laut und unruhig. Als das Spiel abgepfiffen wurde brach auf der Terrasse der Jubel los. Langsam ging die Siegeseuphorie zurück und die Fußballfreunde verließen die Terrasse.

Wir zogen uns danach auf unser Boot zurück und genossen diesen milden Abend mit unserem neuen Roten und ohne Ankerwache.

Mittwoch

Mittwoch, 22.Juni: Von Insel Otok Lastovo an Insel Otok Sv.Klement, Südküste, Ankerbucht,Pos.43 09,5'N 016 22,8'E

Mit dem Start in den Mittwoch begann der zweite Teil der Segelwoche. Schnell verliefen die bisherigen Tage, jetzt lag die Rückreise vor uns. Wir waren bis ca.60 sm tief in die Adria gefahren, jetzt planten wir mit einem langen Schlag von über 30 sm zurück an die Westspitze der Insel Otok Hvar zu segeln. Für den heutigen Tag war frischer Segelwind aus NW vorhergesagt worden. Das entsprach auch etwa unserem heutigen Kurs vorbei an der Westküste der Insel Otok Korcula auf die vor der Südwestküste der Insel Otok Hvar liegende Insel Otok Sv.Klement zu, unserem Tagesziel. Diese Insel, mit ihrem langen, von Osten nach Westen buchtenreiche Verlauf der südlichen Küstenlinie, hatte eine Vielzahl von möglichen Ankerplätzen. In eine der Buchten wollten wir vor Anker gehen.

Heute konnten wir frühzeitig ablegen, die Anlegegebühren vor dem Hotel Solitudo von 375 Kuna konnten wir schon gestern entrichten. Nach einem guten Frühstück im Hotel warfen wir die Leinen los und fuhren mit kleiner Fahrt aus der langen Bucht. Wir passierten die kleine vorgelagerte Insel Otok Mrcara an Stb und setzten etwas später die Segel. Der Wind, aus südlicher Richtung, meinte es gut mit uns und so kamen wir gut voran.

G 1

Gegen Mittag drehte der Wind auf NW und mit guter Fahrt und einigen Kreuzschlägen querten wir die tiefe Bucht von Vela Luka, um am Kap Rt.Proizd , die nordwestlichen Landspitze der Insel Korcula, vorbeizukommen. Gegen 14.00 Uhr passierten wir das Kap Rt.Proizd.

Danach wurde der Wind schwächer, unsere Fahrt ging auf 3 bis 4 Knoten zurück, es lagen noch ca.15 sm vor uns. Die langsame Fahrt an der Küste von St.Klement auf der Suche nach einer passenden Bucht würde auch Zeit in Anspruch nehmen. Unter Motor kamen wir gut voran, der lief auf diesem Boot angenehm leise.

Wir setzten den Kurs mit 330 auf die Stadt Hvar ab. Um 1740 Uhr passierten wir das Leuchtfeuerhaus Pokonji Dol auf einer Felseninsel, das auf die Einfahrt in den Pakleni Kanal hinweist. Der Pakleni Kanal trennt die Insel Hvar von der langgestreckten und buchtenreiche Insel Sv.Klement.

Wir fuhren dicht unter der Küste entlang auf der Suche nach einer geeigneten Bucht. Einige der gegen nördliche Winde geschützten Buchten in diesem Archipel vor Hvar waren schon von Motorbooten und Segelyachten voll belegt. Eine windgeschützte freie Bucht war in diesem Revier zu dieser Jahreszeit ausgeschlossen. In diesem Segelrevier vor Split und Trogir mit seinen vielen Inseln gingen die Segler schon am frühen Nachmittag auf der Suche nach den günstigen windgeschützten Ankerplätzen mit gutem Ankergrund.

G 2

Gegen 19.00 Uhr hatten auch wir einen Ankerplatz in einer breiten Bucht gefunden, auf Pos.43 09,5'N 016 22,8'E, in sicherem Abstand zur steilen felsigen Uferböschung, sowie zu anderen Booten. Die offene Bucht, mit flachen Höhenanstiegen bis zu ca.80 m Höhe umgeben und mit Buschwerk bewachsen, bot bei nur schwachen nördlichen Winden ausreichend Schutz. Das Barometer stand unverändert.

Nach dem Einfahren des Ankers, in einer sichere Distanz zu den anderen Booten, nahmen wir die notwendige Ankerpeilung auf. Dieses gab uns etwas Zeit, mit einem kühlen Bier uns vor der Austrocknung zu bewahren. Diese längere Wartezeit ist unerlässlich, denn felsiger Untergrund oder mit Seegras bewachsener Untergrund ließen oft den Anker durchrutschen, wenn Fallwinde von Land über Nacht, oder auch Strömungen in der Bucht, die durch Dünungen (Schwell) von See her in die Bucht hineinlaufen und das Boot zum schwojen bringen konnten, d.h. zu wechselnden Bootsseiten hin in Fahrt bringen konnten. So passierte es denn auch nach unserem Ankermanöver, der Anker ruckte nach kurzer Zeit. Nach dem zweiten Anlauf hielt dann der Anker. Auch für diese Nacht waren wir uns über eine Ankerwache gehen einig.

Jetzt war es an der Zeit nach einem langen Segeltag mit der Vorbereitung zum Abendessen zu beginnen. Heute gab es ein leckeres Nudelgericht mit einer gut gewürzten Tomatensoße, dazu in Olivenöl geröstetes Brot, abgelöscht mit Weißwein.
Wir erlebten wieder einen geselligen Abend bis zum Beginn des ersten Wachgängers.

Donnerstag

Donnerstag, 23.Juni: Ab Insel Otok Sv.Klement, Ankerbucht Südküste, an Insel Otok Solta, Ankerbucht Südküste, Pos. 43 20,1'N 016 23,4'E.

Unser heutiger Tageskurs wurde auf die Durchfahrt Splitska Vrata abgesetzt, es ist ein enger Meereskanal nach Trogir oder Split, zwischen den Inseln Otok Solta und Otok Brac, Distanz ca.15 sm. Vor der Durchfahrt wollten wir nach Bb abfallen, denn dort an der Südküste der buchtenreiche Insel Solta waren auf der Seekarte zwei Buchten zu erkennen, die unser Hafen und Ankerplatz-Atlas als mögliche Ankerplätze auf 10 m Wassertiefe infrage kamen. Dort wollten wir schon am frühen Nachmittag vor Anker gehen.
Auch für den heutigen Tag war frischer Segelwind aus NW vorhergesagt worden, der sich aber meistens in den frühen Nachmittagsstunden zur Flaute abschwächte. Vielleicht konnten wir heute ganz entspannt durchsegeln.

Mit dem Frühstück hielten wir uns nicht lange auf. Gegen 09.15 wurde der Anker gelichtet und wir ließen die Bucht hinter uns. Als wir frei vor der Küste waren, briste es aus NW auf. Wir setzten eilig die Segel und kurz darauf sprang der Wind plötzlich an, als ob uns Ausläufer einer Bora über der hügeligen Insel Solta oder Fallwinde von der nahen Küste getroffen hätten. Das Boot legte sich auf Bb über und kam dann kurzzeitig in Fahrt. Schnell wurden in rasanter Fahrt etwas über 8 kn erreicht, der Steuermann hatte Mühe, mit dem Boot auf Kurs zu bleiben. Das Reffen der Rollgenua und Rollgroß war im Moment wegen der Krängung nicht möglich, da die Fußreling schon die Wasseroberfläche unterschnitt. Immerhin trugen wir ca. 80 m Segelfläche. Die Fahrt nahm kurzzeitig noch weiter auf ca. 8,5 kn Fahrt zu und fiel dann wieder ab. Über eine halbe Stunde genossen wir die schnelle Fahrt. Es mussten Böen von ca. 5-6 Bft gewesen sein, die uns unter der Küste überrascht hatten. Der Wind und Böen schwächten bald etwas ab, sodass wir uns daran machen konnten, die Segel zu reffen.

Die Rollfock wurde auf die Hälfte eingerefft. Das Rollgroß ließ sich aber von der Plicht aus nach einigen Kurbeldrehungen an der Schotwinsch nicht mehr weiter einreffen, denn die Reffleine slippte auf der Schotwinch durch. Irgend etwas blockierte an der Segeltuch-Aufwickelwelle im Hohlkammermast. Das Rollgroß war zwar auf ca. 70% eingerollt, aber sollte sich der Wind wieder verstärken, dann würde es anstrengend für die Rudergänger werden. Ein Blick nach oben auf den Mast und Segel zeigte uns schnell das Malheur, das Segel war oben, unterhalb des Masttops, auf einer Länge von ca. 2 m mit starken Falten in den Hohlkammermast eingezogen worden. Durch die dicken Falten war die Hohlkammer im Mast ausgefüllt und blockierten nun ein weiteres Einrollen. Die Überprüfung des Unterlieks des Segels an der senkrechten Aufwickelwelle des Segels im Mast, ließ schnell erkennen, dass sich die Aufwickelwelle im Mast abgesenkt hatte, sodass sich im oberen und unteren Teil des Groß beim Einrollen Falten bilden konnten. Der Versuch, mit dem Fall die Aufwickelwelle über die Winsch etwas hochzuziehen, um das Groß auszurollen und somit die Falten herauszuziehen, gelang nicht. Da es am Mast eine extra Winsch für die Aufwickelwelle (Antrieb der Refftrommel) gab, versuchten wir mit der Winsch und durch kräftiges Ziehen am Achterliek das Groß aus dem Mast zu holen. Dieses gelang nur zum Teil, sodass wir letztendlich das Segel nun wieder bis auf ca. der Segelfläche einholen konnten. Später im Windschutz der Bucht wollten wir nochmals versuchen die Falten herauszuziehen, um das Groß noch stärker reffen zu können.

Inzwischen hatte sich der böige Wind weiter abgeschwächt und mit guter Fahrt kamen wir voran. Als wir gegen Mittag das Kap Rt Klobuk und die Insel Otok Vodnjak Mali an der Westseite der Insel Sv. Klement rundeten und mit nördlichen Kurs auf die Insel Solta zusteuerten, kamen wir nur langsam voran. Daher entschieden wir uns, um möglichst frühzeitig einen guten Ankerplatz in einer geschützten Bucht zu erreichen, den Motor zu Hilfe zunehmen.

Gegen 14.00 Uhr erreichten wir die Küste und wenig später fiel der Anker in der vor uns liegenden tiefen Bucht Uvala Livka.

Nach einer kleinen Pause ging es an die Arbeit. Mit vereinten Kräften und starken ruckartigen Zugbewegungen am Achterliek und mit der Winsch am Mast, gelang es uns mühsam nach einiger Zeit, das Segel fast auszurollen. Einige kleinere Falten wollten sich nicht glätten lassen. Auch über das Fall ließ sich die Aufwickelwelle nicht hochziehen, um damit das Vorliek des Segels im Mast zu spannen, das Fall slippte durch. Das wesentliche Problem unserer Bemühungen war, dass die Zugkraft der Hände am glatten und steifen Achterliek des Segels nicht ausreichend war, der Großbaum auch hoch über der Plicht hing, war ein weiteres Herausziehen des Segels auch von der Plicht aus nicht möglich. Mit unseren spärlichen Bordmitteln kamen wir so nicht weiter und stellten unsere Versuche ein.
Wir kamen überein, das Groß so weit wie möglich wieder einzureffen und unter Motor unsere Basis Marina Trogir zu erreichen. Danach sollte es dann Sache des Vercharterers sein, das Rollgroß zu klarieren. Uns blieb jetzt nur noch der morgige Tag, um mit gerefften Segeln noch ein paar Meilen zu segeln.

Wir legten nun eine wohlverdiente Pause ein und unser gekühltes Bier ließ uns den heutigen Tag wieder entspannter erscheinen, der mit rasanter Fahrt unter Segel seinen Anfang nahm und mit mühseliger Arbeit am Rollgroß zu Ende ging.

Inzwischen brach die Dämmerung über die Bucht ein, immer mehr Lichtpunkte und Lichtstreifen der vor Anker liegenden Booten, sowie auch der aufgehende blasse Mond, illuminierten nach und nach die Bucht.

Jetzt nach der doch kräftezehrenden Arbeit kam der Hunger langsam auf. Mit unserem restlichen Proviant wurde dann ein leckeres Abendessen nach einfallsreicher maritimer Rezeptur auf den Tisch gezaubert.

Mit Beginn der Ankerwache wurde dann der letzte Tag auf See abgeschlossen.

Freitag / Samstag

Freitag, 24.Juni: Ab Insel Otok Solta, Ankerbucht Südküste, an ACI Marina Trogir.
Heute, an unserem letzten Segeltag, hieß es Abschied nehmen von einer vielseitig erlebten Segelwoche.

Die Entfernung zu unserem Stützpunkt in Trogir war mit ca.17 sm gut überschaubar, wir konnten uns mit dem Frühstück Zeit lassen. Eine Wetteränderung war nicht in Sicht, der Himmel zeigte sich wolkenlos und eine frische Brise war am Vormittag nicht zu erwarten.

Der Frühstücktisch wurde in der Plicht gedeckt und bald gab es frischen Kaffee. Alles was essbar war kam auf den Tisch. Die ersten Scheiben Brot waren gerade von jedem mit Marmelade und Honig bestrichen, da waren sie schon da, die Wespen. Sie landeten auf dem Brot, auf den Gläsern, auf den Esswaren, flogen um unseren Köpfen herum. Mit leichtem Wischen versuchten wir sie zu verscheuchen. Auch präparierten wir kleine Teller mit Süßem, Wurststücken und Bier, aber sie ließen sich nicht ablenken. Dann erwischte es den Skipper, während er die Wespe mit der einen Hand von seinem Brot abwehrte, wischte er mit dem Handrücken der anderen Hand etwas von seinem Bein, es war eine Wespe, die sofort zustach. Mit einer juckenden Schwellung kam er davon. Der Geruch unseres süßen Aufstrichs lockte sie, vermutlich von dem nahe gelegenen mit Buschwerk bewachsenen Hang, an. Als die lästigen Biester uns weiterhin attackierten, brachen wir unser Frühstück spontan ab, holten unseren Anker ein und verließen eilig die Bucht. Den zweiten Teil des Frühstücks wollten wir in der Marina mit einem Mittagessen nachholen.

Sozusagen gleich um die Ecke der Insel nach Bb liefen wir mit Fahrt unter Motor durch die Durchfahrt Splitska Vrata, ein enger Meeresarm zwischen den Inseln Otok Solta und Otok Brac. Mit Kurs 320 ging die Fahrt entlang der NO-Küste der Insel Otok Solta in den großen Splitska Kanal. Der vorhergesagte Segelwind mit 1-2 Bft aus NO war ein sommerliches Lüftchen. Nach einigen Versuchen, aufkommende kurzzeitige Brisen zu nutzen um in Fahrt zu bleiben, endeten in eine Schleichfahrt.

G 1

Wir passierten die Einzelgefahrenstelle Plic Mlin an Stb und erreichten bald die Durchfahrt Trogirski Zaliv in den Trogirski Kanal, der Hafeneinfahrt nach Trogir. Nach Auftanken im Industriehafen lag die SY Valentin III um 1130 Uhr fest vertäut an Kai C.

Nach Meldung des Malheurs beim Vercharterer über das Großsegelproblem, schauten sich die Männer umgehend das Großsegel und Mast an und versuchten mit vereinten Kräften das Segel aus dem Mast zuziehen, ohne Erfolg.
Dann holten sie schweres Werkzeug und demontierten den Baumniederholer (Baumkicker) vom Großbaum.

Mit dem gelösten Großbaum als Hebel wurden das Segel mit den Falten aus dem Hohlkammermast gezogen. Das Segeltuch glättete sich wieder, war unbeschädigt.

Wir suchten Schutz vor der heißen Mittagssonne einen schattigen Platz im Innenhof des Restaurants und ließen uns das Mittagessen schmecken. In Erwartung der baldigen Schiffsrückgabe mit Überprüfung des Schiffskiels durch einen Taucher, schauten wir uns derweil das Treiben der ankommenden Segelcrews auf den Kais an.
Nachdem die Rückgabe unserer Segelyacht anstandslos erfolgte, erhielten wir auf unserer Anfrage hin von den beim Check-in bekannten netten jungen Damen von Pitter Yachtcharter die Adresse eines Speiselokals in der Altstadt, das Restoran Mali skojic.

G2

Nach einem abendlichen Spaziergang durch die Altstadt kehrten wir dort ein und genossen die wohlschmeckende dalmatinische Küche. Eine Gruppe junger Musikanten kehrte ein und sorgte mit mehrstimmigen Gesangsstücken für eine gute Abendstimmung unter den Gästen.
Mit einem abschließenden Gang an der illuminierten Hafenpromenade kehrten wir wieder an Bord zurück und genossen noch die Abendstimmung im Yachthafen.

Am nächsten Morgen brachte uns das bestellte Taxi pünktlich zum Airport Split. In Erwartung eines pünktlichen Starts um 13.30 Uhr wurden wir enttäuscht. Wegen eines technischen Problems des Fliegers beim Abflug von Hannover nach Split, landete die Maschine von Germanwings erst am späten Nachmittag in Split. Der Abflug verzögerte sich noch weiter, da eine Gewitterfront von Norden den Airport Split bedrohte und den Flugbetrieb zum Erliegen brachte. Um 17.25 Uhr hob die Maschine von Germanwings ab, umflog südlich die Gewitterfront, und wir landeten wohlbehalten um 19.05 Uhr in Hannover.

FAZIT DER SEGELTAGE

Die Segeltage verliefen bis auf ein Ereignis sonst ohne besondere Vorkommnisse. Ein bisher für uns unerwartetes Ereignis sollte daher nicht unerwähnt bleiben, denn es betraf die Sicherheit der Crew. Wie im Tagesbericht vom Donnerstag geschildert, hatte uns am Vormittag unterhalb der Küste von Sv. Klement ein Ausläufer einer Bora mit starken Fallwinden von den nahen Hügeln der Insel Solta überrascht. Das führte dazu, dass wir das Großsegel nach Abschwächung des Windes wegen starker Faltenbildung beim Einrollen in den Mast nur bis auf 70% der Segelfläche Reffen konnten. Das bedeutete eine starke Einschränkung der Schiffssicherheit an Bord. Das baldige Abschwächen des böigen Windes verringerte die Gefahr für die Crew in eine schwierigen Lage zu kommen. Die Freude, das Boot unter Segel bei einer sehr schnellen Fahrt zu erleben, ließ uns das Problem nur für eine kurze Zeit zu verdrängen.

Das Wetter begleitete uns wieder mit hochsommerlichen Temperaturen auf See mit wechselhaften Winden, bei 2-4 Windstärken im Tagesmittel. Einige Male nahm der Wind kurzzeitig auf 4 bis 5 Windstärken zu, bis ihm dann die Puste ausging. Größere Distanzen durchzusegeln waren in dieser Woche nicht möglich.

Dafür gibt es an der Küste von Kroatien immer wieder neue Inseln mit Naturschönheiten zu entdecken. Eine Naturschönheit war die Blaue Grotte im Kalksteinfelsen der Insel Bisevo. Die Insel liegt ein paar Seemeilen südwestlich der Insel Vis. Wir genossen das beeindruckende Farbenspiel der Blautöne. Diesen Besuch sollte man am späten Vormittag machen, um die Palette der Blautöne optimal genießen zu können.

Ein anderer langer Segeltag brachte uns zum Naturschutzpark Insel Lastovo mit seinen kleinen umliegenden Inseln. Für das Befahren wird eine Gebühr verlangt. Die Gebühren müssen in der Landeswährung Kuna entrichtet werden. Die kleinen Supermärkte und Restaurants verlangten ebenfalls die Zahlung in Kuna.

Der Anteil der Liegegebühren war dieses Mal der kleinste Ausgabeposten im Budget, denn bis auf eine Nacht im Hafen der Insel Lastovo, lagen wir in schönen Buchten vor Anker.
Unsere Wegstrecke betrug 155 sm, davon ca. 50% unter Segel.

Wetterprognosen haben wir in Papierform vom Vercharterer vom Seewetteramt Split erhalten. Für die tägliche Prognose holte ich mir morgens den SMS-Kurzwetterbericht. Wir erlebten einmal einen kurzzeitigen Regenschauer bei der Überfahrt nach der Insel Lastovo. Andere Wolkenfelder verzogen sich nach einigen Stunden.

Unser Segelyacht, eine Bavaria Cruiser 41 war ein komfortables Boot auf dem neuesten technischen Stand mit viel Platz für 5 Segler. Die Besegelung mit einer großen Rollgenua und Rollgroß brachte das Boot bei leichten Winden schnell in Fahrt. Die Fahrt unter Motor, ein Volvo Penta mit 20,9 kW, war gedämpft mit wenig Vibration. Eine Badeplattform erleichterte das An-Bord-Kommen nach dem Schwimmen. Der Bugstrahler war bei den Manövern in den engen Marinas eine große Hilfe.

Der Transfer vom/zum nahegelegenen Flughafen Split (eine Fahrt ca. 7-8 km, Fahrzeit ca. 20 Min.) waren vom Vercharterer optimal organisiert, Transferkosten für eine Fahrt 25 Euro.
Den Proviant haben wir im nahen Supermarkt nahe der Altstadt eingeholt und der Kundendienst brachte den Proviant auf das Hafengelände.

Die Preise für das Abendessen bewegten sich im Bereich von 15-20 Euro.

Es waren wieder erlebnisreiche Tage mit neuen Eindrücken von der Inselwelt vor Dalmatiens Küste.

Die Segelfreizeit 2016 ist hiermit abgeschlossen. Für das Segelrevier im kommenden Jahr 2017 hat die Crew auch schon konkrete Vorstellungen, deren Planung bereits in Arbeit ist.

Und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel.

Hermann Goss

Inseln Mitteldalmatiens

Insel Brac

Bra (lateinisch Bretia, italienisch Brazza, deutsch veraltet Bratz) ist die größte Insel in Dalmatienmit ca. 40 km Länge und 12 km Breite. Mit einer Fläche von 395 km ist sie die drittgrößte Insel der Adria.[1] Vom Festland trennt sie der Kanal von Bra (kr. Bra ki kanal), der bis zu 78 Meter tief ist. Auf der westlichen Seite liegen die Insel olta und die Meerenge Splitska vrata, südlich befinden sich die Insel Hvar und die bis zu 91 Meter tiefe Meerenge von Hvar (Hvarski kanal).


Insel Hvar

Hvar ist eine lange und schmale Insel, mit einer Länge von 67,5 km die längste Insel Kroatiens. Ihre größte Breite beträgt 10,5 km, die Fläche 299,66 km . Die Küste hat eine Gesamtlänge von 254,2 km.
Die Insel befindet sich 14 km südöstlich der Insel olta, 3,4 km südlich der Insel Bra , 7,2 km nördlich der Halbinsel Pelje ac und 27,6 km nordöstlich der Insel Vis.

Insel Korcula

Korcula gehört zur kroatischen Gespanschaft Dubrovnik-Neretva, hat eine Fläche von 279,03 km2 (Länge 46,8 km, Breite 5,3 7,8 km) und 17.038 Einwohner. Die höchsten Erhebungen sind die kleinen Berge Klupca mit 568 m und Kom mit 510 m. Der Meeresarm Pelje ki kanal zwischen Kor ula und der Halbinsel Pelje ac ist etwa zwei Kilometer breit.

Insel Vis

Vis ist 90,3 km 2; groß (Länge 17 km, Breite bis 8 km) und eher hügelig als bergig, die höchste Erhebung, der Berg Hum, erreicht 587 Meter. Vis liegt rund 60 km vom Festland entfernt und hat ca. 3500 Einwohner. Die größten Ortschaften sind Vis und Komi a. Gemeinsam mit ihrer kleineren Nebeninsel Bi evo ist sie die am weitesten von der Küste des dalmatinischen Festlands entfernt liegende bewohnte Insel. Ein rund 18 km breiter Meeresarm trennt sie von Hvar, der nächsten Insel im Osten. In der Mitte der Insel befindet sich ein natürliches Flachland, das früher für einen Militärflugplatz genutzt wurde, heute werden die Flächen für den Weinanbau verwendet. Trotz der geringen Größe verfügt die Insel über ein ausgeprägtes Straßennetz in weitgehend gutem Ausbauzustand, das zu vielen Strandbuchten und Sehenswürdigkeiten bis auf wenige Meter führt

Insel Bisevo

Bi evo ist eine kroatische Insel in der Adria. Sie liegt 3 Seemeilen südwestlich der Insel Vis.
Auf Bi evo wird Weinanbau betrieben. Auf der ökologisch weitgehend unversehrten Insel Bi evo gedeiht ausschließlich die Rebsorte Plavac mali. Wie auf den Inseln Hvar, Bra und Vis ist dieser Wein sehr üppig, hat eine dunkle rubinrote Farbe und einen hohen Alkoholanteil sowie ein ausgeprägtes Aroma, das vom leicht bitteren Geschmack und dem üppigen Bouquet gekennzeichnet wird.
Interessant sind die vielen Höhlen der weit auf der offenen See liegenden Insel. Ihre Eingänge liegen zum Teil unter der Meeresoberfläche. Die bekannteste Höhle ist die Modra pilja (blaue Grotte), die auf der Insel Bi evo liegt. Besonders schön sind dort die Lichteffekte, die durch die Brechung der Sonnenstrahlen an der Wasseroberfläche entstehen.

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